Coface: Positive Trends in MOE

Städte wie Warschau bieten für Investoren zunehmend Renditemöglichkeiten / Foto: © FilipWarulik - Fotolia.com

Weniger Insolvenzen in den meisten Ländern Mittel- und Osteuropas. Auch in der größten MOE-Volkswirtschaft: Polen. Die 500 größten Unternehmen als Jobmotor. In MOE läuft die Wirtschaft derzeit gut.

Polen: Wachstum primär durch Konsum

Die Anzahl der Insolvenzen geht in Polen seit 2014 zurück. Im ersten Halbjahr 2016 wurden 328 Verfahren registriert, 14,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Coface prognostiziert für 2016 einen Rückgang von Insolvenzen und Restrukturierungen um 8,9 Prozent. 2017 dürfte er dann minus 4,8 Prozent betragen.

„Der positive Trend wird in den nächsten Quartalen anhalten“, erwartet Grzegorz Sielewicz, Coface-Economist für Mittel- und Osteuropa. „Allerdings verändert sich der Rahmen, denn weniger Insolvenzen stehen mehr Restrukturierungen gegenüber. Diese werden immer mehr von Unternehmen als Behelf bei Zahlungsproblemen in Anspruch genommen. Mehr Unternehmen als vorher können so weiter agieren und müssen nicht sofort aufgeben.“

Nach dem neuen Insolvenzrecht, das dieses Jahr in Kraft trat, haben Unternehmen nun Alternativen zur Liquidierung. Die neuen Restrukturierungsverfahren dürften nach Einschätzung von Coface noch häufiger in Anspruch genommen werden als schon im zweiten Quartal erkennbar war.

Die Unternehmen in Polen profitieren von günstigen makroökonomischen Faktoren mit einer guten Inlands- und Exportnachfrage. Das stabile Wachstum basiert primär auf dem privaten Konsum, der in diesem Jahr auch aufgrund der verbesserten Situation auf dem Arbeitsmarkt noch einmal zugelegt hat. Die Löhne steigen weiter, während die Inflation niedrig bleibt.

Coface stuft Länder herauf

2015 sank die Zahl der Insolvenzen in neun von 13 von Coface untersuchten Ländern Mittel- und Osteuropas. Der nach BIP gewichtete Durchschnitt der Insolvenzen in der Region ging um 14 Prozent zurück. Es gibt aber große Unterschiede in der Region: Die Ukraine und Litauen verzeichneten einen Anstieg im zweistelligen Bereich, während sich die Situation in Rumänien und Ungarn deutlich verbesserte. Coface erwartet auf die gesamte region bezogen einen weiteren Rückgang um 5,3 Prozent für 2016.

Die Insolvenzentwicklung in den einzelnen Ländern 2015: Ukraine (+20,8 Prozent) Litauen (+16,3 Prozent), Tschechische Republik (+8,7 Prozent), Serbien (+7,0 Prozent), Rumänien (- 49,5 Prozent), Ungarn (-44,2 Prozent), Slowenien (-34,3 Prozent), Kroatien (-28,5 Prozent), Slowakei (-14,6 Prozent), Lettland (-13,8 Prozent), Estland (-9,7 Prozent), Bulgarien (-8,1 Prozent).

Die Länderbewertungen von Coface bestätigen dieses positive Bild der Region mit mehreren Aufwertungen in diesem Jahr: Im Januar wurde Ungarn auf A4 hochgestuft. Im Juni folgten die Aufwertungen von Lettland auf A4, Litauen auf A3, Rumänien auf A4 und Slowenien auf A3. Die meisten MOE-Länder befinden sich seither auf einem Niveau mit akzeptablem bis zufriedenstellendem Risiko. (rm)

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