München bleibt Top-Investment

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„Das achte Quartal in Folge wurde in München die Milliardengrenze überschritten. Eine vergleichbare Investmentbilanz kann keine andere der Big 7 in Deutschland aufweisen“, so Andreas Eichwald, bei JLL Team Leader Office Investment München.

(fw/rm) 52 Transaktionen summierten sich im gesamten Halbjahreszeitraum auf 2,14 Mrd. Euro, die Isarmetropole damit lediglich von Hamburg knapp geschlagen. Zwar ist das Vorjahresvolumen damit um rund ein Viertel unterschritten, 5- und 10-Jahresdurchschnitt allerdings um 22 Prozent bzw. 54  Prozent getoppt. „München wird mehr denn je als attraktive und sichere Investmentdestination gesehen“. so Eichwald. Und weiter: „Investoren haben ihre Renditeprofile für Ankäufe in München geschärft. Sie sind bereit, niedrigere Renditen zu akzeptieren, um in einem sich zuspitzenden Wettbewerb um Top-Immobilien zum Zuge zu kommen.“ Dieser Realismus gibt dem Markt eine spezielle Dynamik: „Einige großvolumige Transaktionen um die 100 Mio. Euro stehen kurz vor Abschluss, auf eine dynamische zweite Jahreshälfte hindeutend. Bis zum Jahresende gehen wir von einem Transaktionsvolumen in etwa auf Vorjahresniveau aus. Bis zu 6 Mrd. Euro sollten erzielbar sein.“ Wie in Berlin gab es auch in München im ersten Halbjahr bereits vier Transaktionen im dreistelligen Mio.-Euro-Bereich, entsprechend knapp 40  Prozent des Transaktionsvolumens, prozentual allerdings etwas weniger als im ersten Halbjahr 2015. Rund ein Drittel aller Transaktionen jenseits der 100 Mio. Euro–Grenze in den Big 7 wurde damit in München getätigt. Genau im Durchschnitt aller Big 7 Märkte im ersten Halbjahr und wie im gesamten Vorjahr und im 5-Jahresschnitt notiert mit 62  Prozent der Anteil der Assetklasse Büro. Gleichzeitig wurden prozentual (19  Prozent) und absolut (408 Mio. Euro) so viel in Einzelhandelsimmobilien investiert wie in keiner anderen deutschen Immobilienhochburg. Nachdem im letzten Jahr mehr Käufer aus dem Ausland als aus dem Inland kamen, zeigt die Halbjahresbilanz 2016 die gegenteilige Tendenz: 60 Prozent des investierten Kapitals stammt von deutschen, nur 40 Prozent von ausländischen Anlegern. Auch auf Verkäuferseite stehen die Ausländer für 40 Prozent – per Saldo haben sie damit genauso viel gekauft wie verkauft. Mit rund einem Drittel Investitionsvolumen auf Käufer- wie auf Verkäuferseite dominieren Asset- und Fonds-Manager, was Käufer- als auch Verkäuferseite angeht. Der Anteil der Entwickler ist im Vergleich zum gesamten Vorjahr gestiegen (auf 17  Prozent), damit anteilig allerdings noch nicht auf der Höhe etwa von Frankfurt. Gerade im Core-Bereich zeigt sich der Produktmangel, der einmal mehr zu einem Absinken der Spitzenrendite im Primebereich geführt hat: auf mittlerweile 3,40  Prozent – mit weiterer Abwärtstendenz bis zum Jahresende. „Die hohen Preise könnten einige Eigentümer dazu bewegen, ihre Gebäude zu verkaufen. Das könnte etwas Abhilfe schaffen in einem Markt, der durch eine geringe Projektentwicklungspipeline und – bis auf das Werksviertel und die Areale rund um den Ostbahnhof – nicht mehr über allzu viele Entwicklungsgrundstücke verfügt“, so Eichwald. www.jll.de