Mehr Optimismus trotz Cyber-Risiken

Optimismus und Risken der KMU
Deutsche Unternehmer sind optimistisch - jetzt gilt es nur noch Risiken zu managen © Sergey Nivens - Fotolia.com

Die deutschen Unternehmer sind optimistisch. Eine Studie zeigt dass dies trotz vieler Gefahren der Fall ist. Der Versicherer HISCOX empfiehlt trotz Optimismus Risiko-Management als Notwendigkeit.

2016-09-12 (fw/db) Der Spezial- und Maklerversicherer Hiscox aus München meldet im neuen „Hiscox DNA of an Entrepreneur Report 2016“ dass Deutschland im Optimismus-Ranking einen Höchstwert wie zuvor vor vier Jahren erreicht hat. Die Mehrheit der deutschen Kleinunternehmer (65%) erwartet in den kommenden zwölf Monaten eine Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage (2015: 61%; 2014: 60%; 2013: 57%). Im Ländervergleich klettert Deutschland damit von Platz fünf auf den zweiten Platz hinter den USA (68%). Die Aufbruchsstimmung der deutschen KMU hebt sich deutlich von den Befragungsergebnissen der anderen Nationen ab: Im Vergleich zum Vorjahr ist in allen Ländern der Optimismus gesunken – auch beim Spitzenreiter USA (2015: 69%). Im Mittelfeld liegen die Niederlande (2016: 64%; 2015: 65%), Spanien (2016: 62%; 2015: 65%) und Großbritannien (2016: 60%; 2015: 64%). Weit abgeschlagen ist Frankreich: Nur 41% der Unternehmer blicken positiv in die Zukunft (2015: 43%).

Geschäftsrisiken trüben den Optimismus

Trotz des Optimismus-Hochs ist der Anteil der deutschen Kleinunternehmer, die sich finanziell besser aufgestellt fühlen als noch vor einem Jahr, von 33% (2015) auf 31% (2016) gesunken. Ein Grund dafür könnten geschäftsbedrohende, nicht abgesicherte Gefahren und Risiken sein. „Nahezu die Hälfte der Befragten (47%) sieht die größte Gefahr darin, dass erbrachte Leistungen vom Kunden nicht bezahlt werden. Für fast jeden Dritten (29%) stellt der Verlust von Daten oder geistigem Eigentum eine ernstzunehmende Bedrohung dar. Hinzu kommen neue Risiken, wie etwa durch Cyber-Attacken“, so Tobias Wenhart, Manager Products & Underwriting bei Hiscox Deutschland zu den Top drei der nicht versicherten Risiken.

Bewusstsein für Cyber-Risiken wächst

Erstmals nennen die deutschen Studienteilnehmer auch Hacking und Cyberkriminalität unter den Top drei der nicht abgesicherten Risiken: Ein Viertel der Befragten (25%) und damit bereits 5% mehr als noch 2015 erkennen die digitalen Gefahren für ihr Geschäft. Mit einem Anteil von 14% haben die deutschen KMU im Ländervergleich schon am häufigsten eine Cyber-Attacke erlebt. Hinsichtlich der dadurch entstandenen Schäden traf es die Unternehmen anderer Länder jedoch härter. 37% der spanischen und 31% der britischen Betroffenen gaben an, schwere Verluste erlitten zu haben. In Deutschland bestätigt dies rund jeder vierte Betroffene (26%). „Verblüffend ist, dass die deutschen Unternehmer das Risiko von Cyber-Attacken zwar immer häufiger auf ihrer Agenda haben, jedoch nach wie vor nur unzureichend darauf vorbereitet sind. Lediglich rund einer von 20 Befragten (6%) besitzt eine Datenrisiken-Versicherung – damit belegt die Bundesrepublik zusammen mit den Niederlanden den vorletzten Platz im Ranking. Im Vergleich zum Vorjahr fiel der Anteil der deutschen Unternehmer, die bereits eine Cyber-Police abgeschlossen haben und damit gegen die hohen Schäden eines Angriffs abgesichert sind, sogar um zwei Prozentpunkte. Oftmals haben die Kleinunternehmer gar keine Kenntnis darüber, welche Versicherungsoptionen ihnen hier offenstehen“, so Hiscox-Experte Tobias Wenhart.

Mangelndes Risiko-Management führen zu lückenhafter Absicherung

So ergab die Befragung, dass nur etwa ein Drittel (30%) der deutschen KMU weiß, welche Versicherungen es für ihr Unternehmen gibt und gegen welche Risiken sie sich absichern können. Fast jeder Vierte (23%) findet es schwierig, eine Versicherungsdeckung zu finden, die genau auf den eigenen Geschäftstyp zugeschnitten ist. Entsprechend lückenhaft ist hierzulande auch die tatsächliche Absicherung der Kleinunternehmer. So sichern etwa 14% der Befragten ihre Sachanlagen bzw. ihren Transport nur mit dem gesetzlichen Mindestschutz ab – 5% mehr als noch 2015. Spitzenreiter bei den abgeschlossenen Versicherungen ist und bleibt die allgemeine Haftpflichtversicherung (2016: 56%; 2015: 55%). „Viele Unternehmen denken, sie wären mit einer Haftpflichtversicherung umfassend abgesichert. Dass dies ein Trugschluss, erkennen sie meist erst im Ernstfall. Dabei gibt es für zahlreiche Geschäftstypen ein passgenaues Angebot. Seit mehr als einem Jahr entwickeln wir in enger Zusammenarbeit mit unseren Maklern solche maßgeschneiderten Versicherungen, die die speziellen Bedürfnisse von kleinen und mittleren Unternehmen decken“, warnt Tobias Wenhart. Der vollständige Report Hiscox DNA of an Entrepreneur 2016 steht unter www.hiscox.de zum Download zur Verfügung.