Kurswechsel der EZB steht bevor

Dr. Marco Bargel, Chefvolkswirt Postbank / Foto: © Postbank

Die lang anhaltende Krisenpolitik der Notenbanken neigt sich allmählich dem Ende zu. In den USA hat die Zentralbank ihren Leitzins seit Ende 2015 bereits sieben Mal erhöht.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat zuletzt noch einmal bestätigt, dass sie sich bald aus ihrem Anleiheankaufprogramm verabschieden möchte. Eine erste Leitzinserhöhung im Euroraum dürfte zwar noch etwas auf sich warten lassen. Ohne Folgen für das Zinsniveau dürfte der Kurswechsel der EZB dennoch nicht bleiben. Denn mit ihren umfangreichen Ankäufen von Anleihen haben die Währungshüter maßgeblich zum Verfall der Renditen und damit auch zum Rückgang der Hypothekenzinsen beigetragen. Fahren sie ihre Ankäufe nun zurück, ist mit einem Anstieg des Zinsniveaus zu rechnen.

Zinssatz auf Niedrigniveau sichern

Bauherren und Eigenheimerwerber sollten sich das noch günstige Zinsniveau durch eine möglichst lange Festschreibung des Zinssatzes sichern. Denn üblicherweise steigt bei einer geldpolitischen Trendwende das langfristige Zinsniveau zuerst an. Variable und kurzfristige Zinssätze reagieren dagegen meist erst, wenn eine Leitzinserhöhung unmittelbar bevorsteht. Dies dürfte im Euroraum frühestens im zweiten Halbjahr 2019 der Fall sein.

Marktkommentar von Dr. Marco Bargel,
Chefvolkswirt Postbank