Europas Banker äußern Wunsch eines eigenen Banken-Rettungsfonds

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Europas Top-Banker wollen initiativ die Einrichtung eines eigenen Fonds zur Bankenrettung anstreben. Dies geht aus der Aussage von UniCredit-CEO Alessandro Profumo in einem Gastbeitrag für die Financial Times hervor.

(fw/ah) Ziel dieses Vorhabens sei es, Ruhe in den Markt zu bringen. Mit dem Geld könnten “eine oder wenige große angeschlagene Institute stabilisiert und dem Markt signalisiert werden, dass die Krise in einem frühen Stadium eingedämmt und ein systemisches Problem vermieden werden kann”, folgerte der Manager. Zudem werde der Fonds spezielle Garantien bereitstellen, um angeschlagenen Banken die Ausgabe von besicherten Anleihen zu erleichtern.

Die Frage nach der Finanzierung eines entsprechenden Rettungsfonds beantwortet Profumo wie folgt: große, international agierende europäische Banken sollten über mehrere Jahre freiwillige Beiträge entrichten. Zudem könnten die nationalen Einlagensicherungsfonds aus wirtschaftlichen Gründen dem Rettungsfonds beitreten. In den Bilanzen sollten die Fondsbeiträge als Investitionen verbucht werden. Der Fonds werde nur dann aktiv, wenn eine europäische Institution wie die geplante europäische Finanzaufsicht zu dem Schluss komme, dass die Stützung einer Bank erforderlich sei. Wenn der Fonds 5 Mrd EUR an Garantien vergebe, könnte eine notleidende Bank bis zu 50 Mrd EUR Kapital an den Märkten aufnehmen, so Profumo.

Damit sollten Lehren aus den Geschehnissen der Vergangenheit gezogen werden.
Die Existenz dieses Rettungsfonds könnte im Krisenfall die Märkte beschwichtigen, da eine oder mehrere große Banken durch den Fonds stabilisiert werden könnten. Der Fonds wäre laut Profumo nicht auf Beiträge der EU-Mitgliedsstaaten oder der europäischen Behörden angewiesen. Ablehnend äußerte sich der Bankenmanager gegenüber einer Bankensteuer.
Nach seiner Ansicht sei es nicht richtig, durch eine Bankensteuer sämtliche Ressourcen für eine zukünftige Bankenrettung aufzubringen. Dies würde wie eine Versicherungsprämie wirken und die Banken dazu verleiten, höhere Risiken einzugehen.