ERGO verschlankt Vertrieb und streicht 1800 Stellen

Eine Milliarde bis 2020
Dr. Markus Rieß

Zuerst wurden die Versager als Versicherungsmanager bei ERGO abgelöst. Jetzt kann das neue Team um den Top-Manager Markus Rieß die Leinen endlich losmachen, um in eine gute Zukunft zu segeln.

2016-06-01 (fw/db) Die ERGO Group AG macht sich mit hohen Investitionen fit für die Zukunft. Das Strategieprogramm der Erstversicherungsgruppe der Munich Re Group erfasst alle wesentlichen Aktivitäten eines Versicherers, es reicht vom Vertrieb über die Produkte bis zur Verwaltung des Geschäfts. Mit hohen Investitionen vor allem in die IT legt ERGO die Grundlage für eine Digitalisierung des Geschäfts. „Das Strategieprogramm des ERGO-Vorstandsvorsitzenden Markus Rieß wird ERGO wieder zu einer starken Ertragssäule von Munich Re machen“, sagt Nikolaus von Bomhard, Vorstandsvorsitzender von Munich Re und Vorsitzender des ERGO-Aufsichtsrats. ERGO investiert einen Betrag von netto einer Milliarde Euro bis 2020. Die Mittel fließen zu einem großen Teil in die Modernisierung der Informationstechnologie der Gruppe. „Wir nutzen die Chancen der Digitalisierung für eine erfolgreiche Zukunft von ERGO“, sagt Markus Rieß, Vorstandsvorsitzender von ERGO und Vorstandsmitglied von Munich Re. Mit der Zusammenlegung von Vertriebsorganisationen und Einsparungen in der Verwaltung plant ERGO, die Kostenbasis bis 2020 um brutto rund 540 Millionen Euro zu senken, was netto 280 Millionen Euro entspricht. zu senken. Damit verbunden ist der schmerzliche, aber notwendige Abbau von rund 1.800 Arbeitsplätzen in Deutschland. Für Kunden, die sich zwischen Online- und Offline-Welt bewegen, wird ERGO passende Angebote entwickeln: online, intuitiv, mit schneller und effizienter Verwaltung, kurzen Antwortzeiten – komplettiert durch persönliche Beratung online oder vor Ort. Für Kunden, die sich mit ihrer Versicherung ausschließlich online beschäftigen, startet ERGO 2017 einen rein digitalen Versicherer, als eigenständiges Unternehmen unter eigener Marke. Erste neue digitale Lösung wird eine Kfz-Versicherung sein. Spätestens ab 2021 erwartet ERGO einen Jahresüberschuss von mehr als 500 Millionen Euro als nachhaltigen Beitrag zum Jahresergebnis von Munich Re. Durch den auf 2016 entfallenden Teil der Investitionen dürfte das Ergebnis von ERGO im laufenden Geschäftsjahr leicht negativ ausfallen. Dies hatte Munich Re bei der Veröffentlichung der Ergebnisse des 1. Quartals 2016 bereits angekündigt. In den Folgejahren werden Einsparungen und zusätzliche Ergebnispotenziale die Investitionen zunehmend ausgleichen. Für 2017 ist wieder ein deutlich positives Ergebnis vorgesehen. Die auf 2016 entfallenden Sonderaufwendungen mit einem Ergebniseffekt von 300 Millionen Euro bei ERGO sind in der Zielvorgabe von Munich Re für das laufende Jahr mit einem Nettoergebnis von 2,3 Milliarden Euro enthalten. Diese Erwartung steht, wie üblich, unter dem Vorbehalt des Großschadenverlaufs, der Auswirkungen gravierender Währungskurs- oder Kapitalmarktbewegungen, signifikanter Änderungen der steuerlichen Rahmenbedingungen sowie anderer Sondereffekte. Dietmar Braun