Die Kunst – digital versichern

Digilisate und Kunstversicherung
Digitalisate - Kunst gesichert und gleichzeitig digital verfügbar machen. /Foto: ©-Tadija-Savic - Fotolia.com

Der Kunstversicherer Helvetia unterstützt drei bedeutende Schweizer Museen bei der Digitalisierung der Sammlung. Im Anschluss an jedes Projekt findet jeweils eine Ausstellung der Digitalisate statt.

Die Helvetia Versicherungen unterstützen das Kirchner Museum Davos, das Kunstmuseum Luzern sowie das Kunstmuseum Bern bei der Digitalisierung ausgewählter Werke. Damit wird das Schaffen von Ernst Ludwig Kirchner und Meret Oppenheim erhalten und den Museen bietet sich die Möglichkeit, die Werke in neuen Formaten die Ausstellung dem Publikum zu zeigen.

Mit dem Engagement leistet die schweizerische Versicherungsgruppe einen Beitrag zum Erhalt und zur Verfügbarkeit von Kunstwerken. Natürlich besteht in der Förderung ein enger Zusammenhang zur Tätigkeit von Helvetia im Bereich Kunstversicherung, da sowohl Bereiche wie Kunstfälschung oder der Raub, Diebstahl oder Transport von Kunstwerken tangiert sind, aber auch die Sicherung für den Bedarf bei der Restaurierung nach Beschädigungen oder zur Wertsicherung.

„Das ureigene Ziel der Kunstversicherung ist es, Werke für zukünftige Generationen zu bewahren. Mit den Digitalisierungsprojekten erhalten wir nicht nur die Kunstwerke, sondern ermöglichen den Museen darüber hinaus neuartige Ausstellungsformate“, erklärt Philipp Gmür, CEO von Helvetia.

Die digitalisierten Kunstwerke können über hochauflösende Touchscreens als detailgetreue Abbildungen in ihrem vollen Umfang betrachtet werden. Kunstwerke werden dadurch greif- und erlebbar, die ästhetische Inszenierung erreicht bisher unbekannte Dimensionen und Museen eröffnen sich neue Darstellungs- und Ausstellungsmöglichkeiten ihrer Bestände. Einmal vollendet, werden die Digitalisierungsprojekte mit einer Ausstellung abgeschlossen.

Kirchners Skizzenbücher zugänglich machen

Das Kirchner Museum Davos kann dank der Unterstützung von Helvetia über 160 Skizzenbücher digitalisieren, die an die 11’000 Skizzen von Kirchner enthalten. Diese sind von besonderer Bedeutung, liegen doch dort die Anfänge von Kirchners bildnerischer Tätigkeit. Die Skizzenbücher sind als Papierarbeiten sehr fragil. Deshalb werden sie in Ausstellungen immer nur als unantastbare, aufgeschlagene Doppelseite präsentiert.

„Das Digitalisierungsprojekt ermöglicht nun das digitale Umblättern und Vergrößern über Touchscreens. Darüber hinaus werden die Werke für die Forschung und das kunstinteressierte Publikum zugänglich gemacht und die Institution Museum so zu einem lebendigen Forum des gesellschaftlichen Austauschs weiterentwickelt“, sagt Museumsdirektor Dr. Thorsten Sadowsky.

Das Digitalisierungsprojekt endet mit der Ausstellung „Ich muss zeichnen bis zur Raserei“, die vom 25. Mai bis 6. November 2019 im Kirchner Museum Davos zu sehen sein wird.

Videokunst aus den 1960er- und 1970er-Jahren erhalten

Das Kunstmuseum Luzern besitzt zahlreiche Videoarbeiten von Kunstschaffenden der 1960er- und 1970er-Jahre. Die Projektion ihrer Arbeiten ist mit der heutigen Technik kaum mehr vereinbar, hat diese in den letzten Jahrzehnten beachtliche Fortschritte gemacht. Stattdessen werden die Videos auf kompatiblen Geräten abgespielt, die ebenfalls nicht mehr den heutigen Standards entsprechen. Nachdem vor zwei Jahren eine Zustandserfassung dieser Videos gemacht und die nächsten Schritte der Konservierung festgelegt worden sind, steht jetzt die Digitalisierung der Arbeiten an.

„Zusammen mit Helvetia sollen frühere Werke erhalten und die Recherche zur Entstehung und Präsentation betrieben werden, wobei hier die noch lebenden Künstlerinnen und Künstler miteinbezogen werden“, erklärt Fanni Fetzer, Direktorin des Kunstmuseums Luzern.

In der Ausstellung am Ende des Projekts werden Ausschnitte aus den digitalisierten Videos auf der Website des Kunstmuseums abgespielt.

Zustand von Meret Oppenheims Werken erfassen

Das Kunstmuseum Bern beherbergt 347 Objekte von Meret Oppenheim und verfügt somit über eine Sammlung, die Oppenheims Vielfalt an künstlerischen Techniken widerspiegelt. Ungewohnte Materialkombinationen sowie eine Bandbreite an Mal-, Zeichen- und Drucktechniken zeichnen ihre Werke aus. Dieser besondere Umgang mit Materialien sowie Oppenheims Herangehensweise machen ihre Werke fragil. Umso größere Sorgfalt ist bei Ausstellungen geboten und umso wichtiger sind die Erhaltung und Pflege.

„Mit der Unterstützung von Helvetia werden dank avancierter Scan-Technologie Zustandsinformationen der Werke erfasst, wovon wir uns wertvolle Erkenntnisse erhoffen“, sagt Dr. Nina Zimmer, Direktorin des Kunstmuseums Bern.

Durch die hohe Auflösung werden Farbwerte und die Oberflächentextur, etwa Knicke oder Risse im Papier, wahrheitsgetreu und qualitativ hochstehend abgebildet. Diese Scans geben langfristig Auskunft darüber, wie Oppenheims Kunstwerke zum Zeitpunkt der Digitalisierung ausgesehen haben und dienen der Katalogproduktion oder anderen Vermittlungsformen. Die Ausstellung im Nachgang an den Projektabschluss findet 2020/2021 statt.

Engagement für die Kunst

Helvetia versichert nicht nur Kunst, sondern engagiert sich auf vielfältige Weise für die Kunst und Kunstschaffende. So sammelt die Versicherungsgruppe seit über 70 Jahren zeitgenössische Schweizer Kunst.

Die daraus entstandene Sammlung gehört zu den bedeutendsten ihrer Art. Seit 2015 verfügt Helvetia mit dem Helvetia Art Foyer am Hauptsitz in Basel über einen eigenen, für die breite Öffentlichkeit zugänglichen Ausstellungsraum.

Ein Video-Beitrag zum Digitalisierungsprojekt im Kirchner Museum Davos ist hier im Internet für am Projekt interessierte Leser und Nutzer abrufbar. (db)