Der Angriff der Apps steht bevor!

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Mensch gegen Maschine. Die Frage, wer der bessere Kundenberater sei, wird zurzeit bei Vertrieben und Pools heftig diskutiert. Denn beim Thema „Faire Beratung“ reagieren Pools und Vertriebe schon jetzt entsprechend. finanzwelt fragte nach und erhielt interessante Stellungnahmen.

Der Begriff Fintechs umfasst zwar weitaus mehr, wird aber in der derzeit heiß diskutierten Phase für Unternehmen benutzt, die mit einer Zulassung § 34d GewO und einer mobilen Anwendung (App) den klassischen Versicherungsvertrieb revolutionieren wollen. Sie buhlen um den Versicherungskunden und locken ihn mit smarter Technik und fairer Beratung.

Kein Wunder, dass sich beim Thema „Faire Beratung“ Vertriebe wie die DVAG auf den Schlips getreten fühlen und den Emporkömmling in die Schranken weisen wollen. Es gehe doch bei den Fintechs laut Helge Lach, Vorstandsmitglied bei der DVAG, nur darum, möglichst viele Maklervollmachten zu erhalten. Und die Onlinekunden würden doch kaum wissen, was sie da unterschreiben. Die Antwort von Knip per Pressemitteilung ließ nicht lange auf sich warten. Da wird der an Provision orientierte Versicherungsvertrieb angeprangert, der sich als Beratung tarnt. Die Branche sei fest in der Hand von Strukturvertrieben, Vertretern und Maklern und diese drängen ihre Kunden mit intransparenten Produkten in die Unmündigkeit. Dabei sollte man davon ausgehen, dass die Produkte gleich transparent sind, so Mirko Faust, Marketingleiter des Maklerpools BCA. Es komme auf die entsprechende Beratung an. Diesbezüglich findet Faust die Kritik aus der Pressemitteilung äußerst bedenklich: „Man übt Generalkritik an allen Vertriebswegen, tritt aber selbst als regulärer Makler auf und kokettiert mit Maklerargumenten wie Tarifoptimierung oder persönlichem Service.“

Der kleine, aber feine Unterschied: Die Mitarbeiter bei Knip agieren provisionsunabhängig. „Bei Knip ist die Kundenzufriedenheit maßgeblich. Deshalb arbeiten auch alle unsere Berater nach Festgehalt und völlig unabhängig von Provision“, erklärt Dennis Just, Gründer und CEO von Knip.

Die Art der Vergütung könne aber nicht über die Beratungsqualität entscheiden, findet Faust. Zumal ja auch Provisionen fließen „Und dass sich Knip als Unternehmen aus den Provisionen der Gesellschaften finanziert, steht ja frei zugänglich in den AGBs“, so Faust. Das soll aber nicht im Vordergrund stehen. Denn in der Phase des Wachstums geht es aktuell nur um Verbreitung, weiß Oliver Pradetto, Geschäftsführer vom Maklerpool blaudirekt. Das werde in der Regel über Investitionen beziehungsweise Kredite finanziert und nicht über Provisionen. „Deshalb macht man es sich zu leicht, wenn man glaubt, es ginge Knip aktuell um Provisionen“, so Pradetto. Knip definiert für sich den Anspruch, den Kunden weniger als Provisionseinnahmequelle für Neuabschlüsse zu sehen, sondern ihn als Mensch nachhaltig zu betreuen. „Das verfolgen sie konsequenter als mancher klassische Makler“, so Pradetto. (lvs)

Printausgabe 01/2016