Chinesen geben mehr Geld für Immobilien im Ausland aus

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Chinesische Investoren haben 2015 fast 30 Milliarden US-Dollar in Immobilien im Ausland angelegt. Damit hat sich das Transaktionsvolumen im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt.

(fw) Viele Anleger in China, besonders Schwergewichte mit hoher Finanzkraft, scheinen sich von den Entwicklungen in China mit einer drastischen Währungsabwertung, unruhigen Aktienmärkten und einer insgesamt schwächeren Wirtschaft abgekoppelt zu haben. Doch die Auslandsinvestitionen machen nur einen kleinen Teil des Gesamtkapitals dieser Player aus. Nach Schätzungen sind Entwickler mit weniger als 10 Prozent im Ausland investiert, Versicherungsgesellschaften mit weniger als 5 Prozent. Daher gab es vergangenes Jahr weltweit eine Reihe von Megadeals, die auf das Konto von Chinesen gingen.

Laut dem neuen Report „Chinese Outbound Real Estate Investment“ der internationalen Immobilienberatung Knight Frank lag New York 2015 höher in der Gunst der Anleger als im Vorjahr, während das Interesse an London stabil blieb. Entgegen den Erwartungen war trotz der jüngsten Abwertung des Renminbi und der schwächeren Nachfrage nach Rohstoffen Australien, insbesondere Sydney, weiterhin ein beliebtes Anlageziel. Die Preise in Australien, die hohe Kaufkraft der Chinesen und die anhaltende Schwäche des australischen Dollars haben für weitere Kapitalzuflüsse gesorgt. 2015 haben wesentlich mehr Entwickler im Ausland investiert als 2014, da sie die Notwendigkeit sehen, ihre Portfolios breiter zu diversifizieren.

Die Anzahl der Versicherer hat dagegen nur moderat zugelegt. In US-Dollar betrachtet haben sich deren Anlagen indes von 2 Milliarden in 2014 auf 4 Milliarden in 2015 verdoppelt. Anbang Insurance, einer der im Ausland aktivsten Versicherer, hat im Februar 2015 mit dem Kauf des Waldorf Astoria-Hotels in New York für 1,95 Milliarden US-Dollar die größte Transaktion des Jahres von Chinesen im Ausland getätigt.

Büroimmobilien (42 Prozent) standen bei den Investments außerhalb des eigenen Landes nach wie vor am höchsten im Kurs. Die Zahl der Projektentwicklungen ist dagegen von 36 auf 27 Prozent zurückgegangen. Selbst Entwickler haben bisweilen lieber in fertige Neubauten als in Grundstücke investiert. Gegenüber dem Vorjahr haben Hotels mit 18 Prozent (2014: 8 Prozent) an Beliebtheit gewonnen.

Neben Institutionellen Investoren, Entwicklern und Versicherern haben laut Knight Frank im Laufe des letzten Jahres die Aktivitäten der kleineren und mittleren Anleger zugenommen. Ihr Ziel waren vor allem Immobilien in einem Wert bis 50 Millionen US-Dollar in reifen Märkten, insbesondere in erst- und zweitklassigen Städten in den USA.