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Berliner Bürovermietungsmarkt weiter stark nachgefragt

(fw) Marcus Lehmann, Head of Office Letting bei Colliers International Berlin: „Angesichts der positiven Beschäftigtenzahlen und des Wachstumskurses zahlreicher Unternehmen zeigt sich der Büromarkt in Berlin auch im ersten Quartal 2016 ausgesprochen dynamisch und nimmt zusammen mit München die Spitzenposition unter den TOP 7-Metropolen ein.“

Weiterer Anstieg des Flächenumsatzes

Der weitere Anstieg des Büroflächenumsatzes in Berlin betont seine stetig wachsende Bedeutung für Büronutzer. So sicherte sich Zalando beispielsweise eine weitere Fläche über mehr als 8.000 Quadratmeter in den 3 Leipzigern. Der Forschungs-Projektträger Jülich entschied sich für rund 4.700 Quadratmeter im Charlotten Carree und die Deutsche Bahn für mehr als 4.400 Quadratmeter an der Rudower Chaussee.

Erneuter Rückgang des Leerstandes

Der Büroflächenleerstand setzte sich aufgrund der lebhaften Flächennachfrage in Verbindung mit einem geringen Neubauvolumen weiter fort. Ende des ersten Quartals 2016 standen in Berlin nur noch rund 610.000 Quadratmeter Bürofläche für die kurzfristige Anmietung zur Verfügung. Mit einer Leerstandsquote von 3,3 Prozent wird es zunehmend schwieriger, insbesondere in den Innenstadtlagen, geeignete Flächen auch im kleineren Segment zu finden.

Kontinuierlich steigende Mieten

Nachdem ein deutlicher Anstieg der Spitzenmiete über den Jahresverlauf 2015 beobachtet werden konnte, blieb das hohe Niveau vom Jahresende 2015 mit 24,30 Euro pro Quadratmeter bis dato konstant. Im Gegensatz dazu legte die Durchschnittsmiete im Vorjahresvergleich um 11,3 Prozent erheblich zu und liegt derzeit bei bei 15,30 Euro pro Quadratmeter.

Ausblick

„Der positive Jahresauftakt lässt auch für das Gesamtjahr 2016 ein starkes Ergebnis erwarten. Die erneut hohen Umsatzzahlen zeigen die weiter wachsende Bedeutung der Bundeshauptstadt als Hotspot für Büronutzer. Infolge des zunehmend knapper werdenden Angebots an hochwertigen Flächen in den Innenstadtlagen verlagern gerade Großnutzer ihre Umzugsoptionen in die angrenzenden Randlagen. Die positiven wirtschaftlichen Signale werden auch im weiteren Jahresverlauf eine steigende Flächennachfrage forcieren“, so Lehmann. „Wir gehen davon aus, dass sich der Flächenumsatz für das Gesamtjahr 2016 auf ähnlich hohem Niveau wie im Vorjahr bewegen dürfte.“

www.colliers.de
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Publity: 400 Mio. Euro für weiteres Wachstum

(fw) publity nutzt dabei das attraktive Niedrigzinsumfeld, um den Ankauf von Objekten künftig auch verstärkt durch Einsatz von Fremdkapital zu finanzieren. Damit reduziert sich der notwendige Eigenkapitalanteil signifikant, um die Ziele für das Ankaufsvolumen von Immobilien sowie die Assets under Management und die damit verbundenen Fees zu realisieren. Diese Strategieanpassung wurde mit den Joint-Venture-Partnern abgestimmt. Im ersten Schritt hat publity jetzt eine Finanzierung von 15 Büroimmobilien in Deutschland mit deutschen Pfandbriefbanken über insgesamt rund 400 Mio. Euro zu einem Zinssatz von unter 1,5 Prozent abgeschlossen. Die Darlehen haben jeweils eine Laufzeit von fünf Jahren.

Durch diese Finanzierung in Verbindung mit der jüngsten Kapitalerhöhung mit einem Bruttoemissionserlös von rund 19,8 Mio. Euro und einem hochprofitablen Geschäftsmodell verfügt publity über das erforderliche Kapital, um das anvisierte Wachstum ohne weitere Kapitalmaßnahmen zu erreichen. Eine Inanspruchnahme des Kapitalmarktes ist entsprechend in den kommenden 12 Monaten nicht geplant. Nachdem die Assets under Management zum Jahresende 2015 auf 1,6 Mrd. Euro im Vergleich zum Vorjahr bereits mehr als verdreifacht worden sind, soll das verwaltete Immobilienvermögen bis Ende 2017 auf mehr als 5 Mrd. Euro erhöht werden.

Die nun bankenfinanzierten Objekte wurden im Rahmen von Joint Ventures mit institutionellen Investoren erworben und befinden sich in deutschen Ballungszentren. Am Erwerb der Immobilien beteiligt sich publity jeweils mit einem Anteil von bis zu 3 Prozent am gesamten Investitionsvolumen, übernimmt dann das umfassende Asset Management und ist auch am wertsteigernden Verkauf der Immobilien beteiligt. Bisher wurde der Kauf der Objekte ausschließlich mit Eigenkapital finanziert. Es ist das Ziel, den LTV (Loan to Value), den Verschuldungsgrad in Abhängigkeit vom Wert des Immobilienportfolios, mittelfristig auf ca. 60 Prozent zu steigern und dadurch das Investitionstempo weiter zu erhöhen.

www.publity.de





Stephan Scharfenorth

Übersicht der wichtigsten KfW-Förderprogramme

(fw) „Unsere Experten beraten über mögliche KfW-Förderungen und inwieweit die Vorhaben zur individuellen Situation der Bauherren passen“, erklärt Stephan Scharfenorth, Geschäftsführer des Baufinanzierungsportals Baufi24.

Die wichtigsten Programme, welche Sanierungen oder den Erwerb einer Immobilie betreffen sind: „energieeffizientes Bauen“ (Programm 153) und „altersgerechter Umbau“ (Programm 159). Zukünftige Eigenheimbesitzer erhalten für die Komplettrenovierung des Eigenheims (Programm 151), beispielsweise für die Erneuerung der Wärmedämmung und der Optimierung der Heizungs- und Lüftungsanlage, Fördermittel in Höhe von bis zu 10.000 Euro. Für einzelne Aufrüstungsmaßnahmen, wie neue Fenster, Türen und Dachisolierungen wird ein Kredit in Höhe von bis zu 50.000 Euro bereitgestellt. Modernisierungen, welche einen altersgerechten Umbau unterstützen, werden auch mit einem Darlehn von bis zu 50.000 Euro gefördert. Darunter fallen zum Beispiel das Entfernen von Schwellen oder das Erweitern von Türen. Die genannten Förderungen können außerdem mit dem Wohneigentumsprogramm (124) kombiniert werden.

„Zu beachten ist, dass energieeffizientes Bauen seit dem 1. April 2016 eine Förderung des Effizienzhauses 70 ausschließt, da die neue Energieeinsparverordnung 2016 in Kraft getreten ist“, betont Scharfenorth. Bis vor Kurzem durfte das Eigenheim einen Gesamtenergiebedarf von 70 Prozent und einen Wärmeverlust von 85 Prozent nicht überschreiten. Die EnEV 2016 setzt jedoch voraus, dass ein jährlicher Energieverbrauch von 40 Prozent und ein Transmissionswärmeverlust von 55 Prozent des berechneten Wertes für das Referenzhaus nicht zu übersteigen sind. Ein wichtiger Tipp: Anträge auf Fördermittel und Zuschussanträge sind immer vor dem Beginn des Umbaus einzureichen.
Programmnummer Wofür? Höhe der Förderung
159 Altersgerechter Umbau Bis zu 50.000 Euro
153 Energieeffizient Bau Bis zu 100.000 Euro
151 Komplettsanierung Bis zu 100.000 Euro
124 Wohneigentumsprogramm Bis zu 50.000 Euro
Zuschüsse    
430 Energieeffizient sanieren Bis zu 30.000 Euro

www.baufi24.de

BHB Bauwert mit neuem Projekt

(fw) Nach den hervorragenden Resonanzen und Erfahrungen mit der Stadt Bad Kreuznach und den erfolgreichen Projekten „solar@home Bad Kreuznach I und II" mit rund 250 realisierten Einheiten, hat die BHB Bauwert auf dem Areal des ehemaligen Kasernengeländes „General Rose" ein ca. 25.000 m² großes Grundstück mit 5 Kasernengebäuden erworben. Die Gebäude werden mit dem bewährten Bauwert‐Konzept energieeffizient saniert und modernisiert. Es entstehen voraussichtlich bis zu 160 Wohneinheiten mit einer Gesamtwohnfläche von ca. 15.000 m². Zusätzlich werden in einigen Häusern Büros und/oder Praxen realisiert.

Das Areal „General Rose" befindet sich in einem ausgewiesenen Sanierungsgebiet. Hierdurch wird eine gesonderte steuerliche Abschreibung nach §§ 7h/7i EStG für die Erwerber möglich sein.

www.bauwert.net

TLG IMMOBILIEN investiert in acht Objekte

(fw) Verkäufer sind mehrere geschlossene Fonds der DG ANLAGE Gesellschaft mbH, Vermittler war BNP Paribas Real Estate. Die Durchführung des Verkaufes steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Eigentümer der jeweiligen Fondsgesellschaften. Das Gesamttransaktionsvolumen beim Erwerb aller Immobilien beträgt 84,6 Mio. Euro.

Alle Objekte befinden sich in guten bis sehr guten Innenstadtlagen der jeweiligen Städte und sind mit Baujahren zwischen 1995 und 2000 in einem guten zeitgemäßen Zustand. Die jährliche Vertragsmiete über alle Objekte beträgt rund 5,6 Mio. Euro, die EPRA Leerstandsquote liegt im Portfolio bei rund 12,5 %, etwa 5,8 Jahre beträgt die durchschnittliche Restlaufzeit der Mietverträge (WALT).

„Dieses Portfolio beinhaltet hervorragende Objekte mit Potenzial in unseren Kernregionen“, beschreibt Niclas Karoff, Mitglied des Vorstandes der TLG IMMOBILIEN AG, den Inhalt der Transaktion. „Insbesondere die bestehenden Vermietungspotenziale bieten für uns einen attraktiven Werthebel hinsichtlich der zukünftigen Bewirtschaftung.“

Die TLG IMMOBILIEN AG konzentriert sich schwerpunktmäßig auf die Bewirtschaftung von Büroimmobilien in Berlin und weiteren regionalen ostdeutschen Wirtschafts- und Wachstumszentren, wie Dresden, Leipzig und Rostock. Hotels hält die Gesellschaft derzeit bereits in Berlin, Dresden und Rostock in ihrem Portfolio.

„Die TLG IMMOBILIEN AG hat in 2015 mit diesem Erwerb Kaufverträge über Büro-, Einzelhandels- und Hotelimmobilien im Wert von rund 229 Mio. Euro geschlossen und die Objekte bereits zum Teil in den Bestand übernommen“, ergänzt Karoff zu den bisherigen Transaktionen. Das vorläufige Wachstumsziel der Gesellschaft liegt bei einem Portfoliowert von 2 Mrd. Euro bis 2017.


www.tlg.de

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Commerz Real unterzeichnet Vertrag zum Verkauf der CRS

(fw) Wie das Unternehmen mitteilt, ist Erwerber der CRS eine Gesellschaft der europaweit tätigen Internos-Gruppe, die sich auf institutionelle Anleger spezialisiert und ihre deutsche Geschäfts- und Investorenbasis deutlich verstärken und ausbauen will. Von dem verwalteten Immobilienvermögen in Höhe von 1,9 Mrd. Euro entfällt bereits heute der überwiegende Teil der Internos-Investments auf den deutschen Markt. Zugleich bekennt sich die Commerz Real weiter zum Geschäft mit institutionellen Investoren. Bezüglich des Verkaufspreises und anderer Eckdaten der Transaktion haben die Vertragsparteien Stillschweigen vereinbart.

Das Immobilienportfolio der neun Fonds der CRS umfasst 68 europäische Büro-, Einzelhandels-, Hotel- und Logistikobjekte mit einem Gesamtvermögen von 1,6 Mrd. Euro. Die 2011 durch ein von der Commerz Real AG geführtes Investorenkonsortium erworbenen Amprion-Anteile (ehemaliges RWE-Höchstspannungsnetz) sind nicht Gegenstand der Verkaufstransaktion. Sie verbleiben als unternehmerische Beteiligung im Management der Commerz Real Gruppe. Die Commerz Real betrachtet den Bereich Infrastruktur weiter als attraktive Asset-Klasse und beabsichtigt, hier auch künftig Transaktionen zu tätigen.

Begründet wird der Verkauf damit, dass die CRS im Vergleich zu anderen Produktbereichen der Commerz Real weniger profitabel sei und dass Anbieter wie Internos, die sich auf den Spezialfondsmarkt fokussieren, dadurch einen Wettbewerbsvorteil haben. Der Verkauf der CRS bedeute jedoch keinen Rückzug der Commerz Real aus dem institutionellen Anlagegeschäft. Die wesentlichen Stärken der Commerz Real liegen in der Strukturierung bedarfsgerechter Produktlösungen und im Assetmanagement. Davon werden institutionelle Investoren im Rahmen verschiedener Anlagestrukturen wie zum Beispiel Immobilien-Club-Deals künftig Asset übergreifend profitieren können.

Die Commerz Real, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Commerzbank AG, steht für mehr als 40 Jahre Markterfahrung und ein verwaltetes Volumen von rund 35 Milliarden Euro. Das Fondsspektrum umfasst den Offenen Immobilienfonds hausInvest, Immobilien-Spezialfonds sowie unternehmerische Beteiligungen für Immobilien, Flugzeuge, regenerative Energien und Schiffe. Als Leasingunternehmen des Commerzbank-Konzerns bietet die Commerz Real auch bedarfsgerechte Mobilienleasingkonzepte.

commerzreal.com
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Europäische Gewerbeimmobilien trotzen Wirtschaftsschwäche

(fw/ah) Die Mieten und Renditen für Gewerbeimmobilien in Europa sind in den letzten drei Monaten laut der internationalen Immobilienberatung Knight Frank an den meisten Standorten stabil geblieben. Von Anfang März bis Ende Mai 2013 ist die gewichtetet Durchschnittsmiete für Top-Büroflächen in Europa im Vergleich zu den drei Monaten zuvor mit einem Minus von -0,04 Prozent nahezu stabil geblieben.

Im Jahresvergleich ergibt sich ebenfalls nur ein geringfügiger Verlust von -0,3 Prozent. Leichte Mietsteigerungen in Londons West End, Moskau, Deutschland und den nordischen Ländern haben die Mietverluste in Paris, Italien und Spanien im Jahresverlauf fast ausgeglichen. „Die Spitzenmieten in den starken Märkten scheinen nun den Scheitelpunkt erreicht zu haben", kommentiert Matthew Colbourne aus dem internationalen Research von Knight Frank.

Die gewichtete Spitzenrendite für die besten europäischen Büros ist im Vergleich zu den letzten drei Monaten mit 5,63 Prozent stabil geblieben. Während die Renditen in Budapest ge-stiegen sind, haben sie in Dublin nachgegeben. „Wir gehen davon aus, dass die Renditen 2013 in den meisten europäischen Schlüsselmärkten konstant bleiben werden", sagt Colbourne.

www.knightfrank.com
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Anschlussfinanzierung als Chance im Niedrigzinsumfeld

Vor diesem Hintergrund nimmt die Nachfrage nach informierter und intelligenter Beratung in Sachen Anschlussfinanzierung zu. Welche Aspekte sind derzeit wichtig, welche Möglichkeiten gibt es nach Ablauf der ersten Zinsbindungsfrist? Wir diskutierten mit Experten.

Unsere Gesprächspartner
Achim Denkel, Geschäftsführer maxpool GmbH. Das Unternehmen bietet rund 5.000 angebundenen Maklern Produkte von über 100 Gesellschaften und eigene Deckungskonzepte im Versicherungsbereich. Seit kurzem unterstützt maxpool Makler auch bei der Baufinanzierungsberatung.
Stephan Gawarecki, Vorstandssprecher Dr. Klein & Co. AG. Die hundertprozentige Tochtergesellschaft des internetbasierten Finanzdienstleisters Hypoport AG kooperiert mit über 100 Banken im tagesaktuellen Baugeld-Vergleich.
Christian Heckemann, Leiter Vertriebsmanagement Immobilienfinanzierung PlanetHome AG. Das Unternehmen übernimmt für über 300 Bankfilialen die Vermittlung von Wohnimmobilien und Finanzierungen.

finanzwelt: Die Zinsen im Bereich Baufinanzierung sind weiterhin äußerst niedrig. Welche Entwicklung erwarten Sie in nächster Zeit?

Denkel: Das niedrige Zinsniveau ist in erster Linie auf den europäischen Einfluss zurückzuführen. Wäre Deutschlandeine Insel, hätten wir jetzt einen anderen Zins. Bis sich die gesamteuropäische Wirtschaft wieder erholt hat, werden wir keine typisch volkswirtschaftliche Zinserhöhung sehen, die eigentlich logisch wäre, wenn man die aktuellen Börsendaten betrachtet. Ich erwarte keinen stark steigenden Zins.

Gawarecki: Ich gehe von mittel- bis langfristig steigenden Zinsen aus. Die Frage ist, wann dies sein wird und wie steil die Kurve verlaufen wird. Wenn man sich die Entwicklung seit Mai ansieht, sind die Zinsen im Mittelwert um 50 Basispunkte gestiegen. Dafür genügte bereits die Ankündigung des Präsidenten der US-amerikanischen Notenbank, dass man darüber nachdenkt, Geldmittel vom Markt zu nehmen. Tatsächlich ist zwar noch gar nichts passiert, es gibt aber schon eine kurzfristige Reaktion der Märkte.

Heckemann: Im Detail kann niemand die Zinsentwicklung vorhersagen. Sie hängt von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ab. Wir gehen derzeit nicht davon aus, dass die EZB generell von ihrem Niedrigzinskurs abweicht und erwarten eine Seitwärtsbewegung, möglicherweise hat der Zins seinen Scheitelpunkt aber bereits hinter sich gelassen. Es macht daher niemand einen Fehler, der bei dem momentanen Zinsniveau eine Anschlussfinanzierung anstrebt.

finanzwelt: Worauf kommt es an, wenn man im Zinstal eine gute Anlageimmobilie finden will?

Gawarecki: Lage, Lage, Lage. Auf Deutschland bezogen kann man diese Frage nicht generell beantworten, sondern muss die einzelnen Regionen betrachten, um Rentabilität und Wiederverkaufschancen bewerten zu können.

Denkel: Die „Lage, Lage, Lage-Theorie" hat mit dem Zins nichts zu tun. Entweder ist eine Immobilie interessant, oder sie ist es nicht. Egal, ob der Zins hoch oder niedrig ist. Nur der Preis wird sich über den Zinssatz ausdrücken. Je niedriger der Zins, umso höher der Preis, weil die Nachfrage nach der Immobilie dann höher ist.

finanzwelt: Zu welcher Zinsbindung sollte der Vermittler dem Anleger raten?

Gawarecki: Wir raten grundsätzlich zu möglichst langen Zinsbindungen. Aktuell ist dabei auch die Kombination mit einem Bauspardarlehen sehr attraktiv. Das Zinsniveau ist derzeit zwar historisch niedrig. Langfristig müssen wir aber damit rechnen, dass es auch wieder steigen kann. Es müssen auch noch andere Faktoren in die Finanzierung eingebaut werden, die letztlich das Zinsänderungsrisiko schmälern: So sollten möglichst Sondertilgungen und höhere Tilgungsraten vereinbart werden.

finanzwelt: Sollte der Vermittler seinen Kunden jetzt zur Prolongierung auffordern oder noch abwarten?

Denkel: Der Vermittler sollte auf den Kunden zugehen und ihn darauf hinweisen, dass jetzt ein sehr guter Zeitpunkt für eine Prolongierung ist. Wenn man sich schon in einem historischen Zinstal befindet, sollte man über das Thema Anschlussfinanzierung sprechen.

finanzwelt: Der Erwerb einer Immobilie ist nicht zum Selbstzweck geworden, weil die Zinsen so niedrig sind?

Heckemann: Selbstzweck geworden ist er nicht, aber das niedrige Zinsniveau lockt eine Klientel an, die sich bisher noch keine Gedanken über eine Baufinanzierung gemacht hat.

Gawarecki: Es liegt in der Verantwortung des Vermittlers, mit diesem Thema sehr sorgfältig umzugehen. Das aktuelle Zinsniveau sollte nicht der ausschlaggebenden Grund dafür sein, eine Investitionsentscheidung zu treffen. Dies kann eher ein positiver Nebeneffekt bei einer bereits getroffenen Entscheidung sein. Es gibt übrigens keine Korrelation zwischen Zinsentwicklung und Baufinanzierungsvolumen in Deutschland. In den vergangenen 20 Jahren gab es verschiedene Zinsentwicklungen mit Höhen und Tiefen, trotzdem ist das Baufinanzierungsvolumen immer konstant geblieben. Dies erleben wir auch jetzt. Das Volumen hat trotz des niedrigen Zinsniveaus nicht zugenommen, sondern ist relativ konstant geblieben.

finanzwelt: Kommen Vermittler in Sachen Anschlussfinanzierung derzeit verstärkt auf Sie zu oder muss hier nachgeholfen werden?

Heckemann: Wir weisen die Vermittler auf dieses Thema hin und zeigen ihnen auf, welche Chancen für sie in der Anschlussfinanzierung stecken. Die freien Vermittler sind viel näher am Kunden als die Hausbank, bei der die Kunden vor sieben oder acht Jahren einen Kredit abgeschlossen haben. Sie sollten erfragen, welche Kunden eine laufende Finanzierung haben und wann diese ausläuft. Dann sollten die Vermittler die aktuelle Finanzierung überprüfen und eventuell zu einer Umschuldung raten, dies möglichst schon mehrere Jahre vor Ende der Zinsbindung. So können sich die Vermittler profilieren.

Gawarecki: Es ist die individuelle Beratungsleistung des Vermittlers, Kunden das richtige Angebot zu unterbreiten. Er muss prüfen: Welcher Kunde befindet sich in welchem Finanzierungsstatus? Wann läuft die Zinsbindung ab? Welche alternativen Angebote passen zum Kunden? Unsere Aufgabe sehen wir darin, ihn technisch in die Lage zu versetzen, dies zu tun, d. h. die notwendigen Daten zur Verfügung zu stellen.

Denkel: Unser Haus arbeitet mit Vermittlern, die in der Vergangenheit wenig Baufinanzierungsgeschäft gemacht haben. Die Anschlussfinanzierung ist für sie ein guter Einstieg. Sie treffen auf erfahrene Kunden, die den gesamten Ablauf einer Baufinanzierung bereits von der Bank oder vom Vorfinanzierer kennen. Wir stellen den Vermittlern dann die passenden Angebote zur Verfügung.

finanzwelt: Wann ist für den Vermittler der passende Zeitpunkt, um sich um das Thema Anschlussfinanzierung zu kümmern?

Gawarecki: Den einen richtigen Zeitpunkt gibt es nicht. Dies hängt von verschiedenen Variablen ab, die nicht final bestimmbar sind: Zu welchem Zeitpunkt wurde die erste Baufinanzierung abgeschlossen? Was ist der Basiszins? Die Entscheidung hängt letztlich auch von der Risikoeinschätzung des Kunden ab.

Heckemann: Entscheidend ist, welche Art von Kunden der Vermittler vor sich hat: Ist dieser sehr sicherheitsorientiert oder ist er bereit, ein gewisses Risiko einzugehen? Für den sicherheitsorientierten Anleger kann es durchaus interessant sein, schon fünf Jahre vor Ablauf seiner Zinsbindung ein Forward-Darlehen abzuschließen, das ihm einen gleichen oder günstigeren Zins sichert als er momentan hat. Der Berater sollte die Zinsentwicklung genau beobachten. In den vergangenen zwölf Monaten sind die Zinsen kontinuierlich gesunken. Wer also im letzten Jahr mit der Anschlussfinanzierung noch gewartet hat, der hat nichts falsch gemacht.

finanzwelt: In Brüssel wird schon bald die Wohnimmobilienkreditrichtlinie verabschiedet, die verschärfte Bedingungen für Baufinanzierungsvermittler mit sich bringt, z. B. erhöhte Beratungs- und Dokumentationspflichten sowie das Erfordernis einer Sachkundeprüfung. Wird dies zu einer Marktkonsolidierung führen wie bei den Finanzanlagenvermittlern?

Denkel: Die Wohnimmobilienkreditrichtlinie wird den Markt der Baufinanzierungsvermittler nicht so sehr treffen wie der neue § 34f Gewerbeordnung die Finanzanlagenvermittler getroffen hat. Wer Immobilienfinanzierung vermittelt, muss seine Kompetenz nachweisen, indem er die richtigen Angebote auswählt. Der Vermittler kennt sich besser in seiner Materie aus als ein Finanzanlagenvermittler, der auch mal „spontan" einen Fonds vermittelt, wenn es zum Portfolio des Anlegers passt.

Heckemann: Ich sehe es schon so, dass viele freie Vermittler das Thema Baufinanzierung bisher mehr oder weniger nebenher machen. Sie werden sich überlegen müssen, ob es sich lohnt, in Ausbildung und Zertifizierung zu investieren. Ich erwarte, dass es zu einer Konsolidierung kommen wird.

Gawarecki: Der Markt der Baufinanzierungsvermittler ist noch relativ unreguliert. Die Qualität der Beratung ist aber deutlich homogener als in anderen Bereichen. Die Regulierung wird dazu führen, dass der heute schon qualifiziert tätige Finanzierungsvermittler aufgewertet wird, weil der Markt Zugangsbarrieren erhält. Dies stellt sowohl für den Kreditnehmer als auch für den Vermittler eine große Chance dar.

(Das Gespräch führten Christoph Sieciechowicz und Kim Brodtmann)
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Beton ist Gold

(fw/hwt) Für die Monate April bis Juni wurde am deutschen Investmentmarkt für gewerblich genutzte Immobilien ein Transaktionsvolumen in Höhe von 6,9 Mrd. Euro registriert. Das Halbjahresvolumen summierte sich damit auf insgesamt 16,9 Mrd. Euro, im Jahresvergleich gleichbedeutend einem Anstieg von ca. 29 %. „Der Rückenwind speist sich einerseits aus einer weiterhin enormen Nachfrage internationalen Kapitals nach Anlagemöglichkeiten und andererseits aus einem attraktiven Finanzierungsumfeld", so Dr. Frank Pörschke, bei JLL CEO Germany. „Aus Immobiliensicht verstärkt die erneute Senkung des Hauptfinanzierungssatzes durch die Europäische Zentralbank auf 0,15 % das Transaktionsgeschehen in Deutschland und wirkt als Triebfeder für ein erhöhtes Engagement in die Assetklasse Immobilie", so Timo Tschammler, Mitglied im Management Board JLL Germany. Angesichts der gestiegenen Preise im Core-Segment nimmt die Beliebtheit von Prime-Objekten bzw. von Prime-Standorten allerdings etwas ab. Investoren suchen nach höherrentierlichen Objekten und nehmen hierfür bewusst auch höhere Risiken in Kauf. Deutschland steht bezüglich solcher Core-Plus, Value-Add oder opportunistischen Anlagestrategien insbesondere bei ausländischen institutionellen Investoren ganz oben auf der Liste der Zielländer. 2013 haben allein die global aktiven Private Equity Fonds insgesamt fast 160 Mrd. US-Dollar Kapital eingesammelt, das weltweit in Immobilien investiert werden soll. Das ist mehr als in den Boomjahren 2006-2008. Für das laufende Jahr erwartet JLL eine nochmalige Steigerung.

„Das gegenüber dem ersten Quartal rückläufige Transaktionsvolumen ist aus unserer Sicht nicht überraschend und deutet auf keinen Fall auf ein weniger starkes Interesse an deutschen Gewerbeimmobilien hin", kommentiert Frank Pörschke. Zum einen wurden die Monate Januar bis März von einigen Überhangstransaktionen aus dem Jahresendgeschäft 2013 und einem Milliarden-Portfoliodeal (Leo I) gepusht. Zum anderen zeigt das Transaktions-
volumen im 2. Quartal, dass Käufer im Core- Plus und Value Add Segment nicht bereit sind, sämtliche Preisvorstellungen auf Seiten der Verkäufer mitzumachen. Das vor drei Monaten festgestellte verstärkte Interesse nach Portfolios hat sich zum Ende des ersten Halbjahres manifestiert: nach sechs Monaten schlagen 6,15 Mrd. Euro zu Buche, entsprechend einem Anstieg gegenüber dem Vorjahresvolumen von 82 %. Einzeltransaktionen summierten sich auf 10,8 Mrd. Euro, ein Plus von 11 %. Vier der fünf größten Transaktionen im zweiten Quartal waren Portfoliotransaktionen, die größte dabei der Verkauf von 67 Hotelimmobilien des Accor-Marken-Portfolios für rund 430 Mio. Euro. Als größte Einzeltransaktion im zweiten Quartal gilt der Verkauf der Kö-Galerie in Düsseldorf für rund 290 Mio. Euro.

Das Transaktionsvolumen in den sieben Immobilienhochburgen belief sich bis Ende Juni auf insgesamt knapp
8,2 Mrd. Euro. Darin enthalten sind auch Objekte aus standortübergreifenden Portfoliotransaktionen. Entgegen dem bundesweiten Gesamttrend eines leicht rückläufigen Transaktionsvolumens zeigte sich bei den BIG 7 im Quartalsvergleich eine leichte Zunahme des Anteils am gewerblichen Investmentvolumen von 41 % auf 50 %. Damit gilt auch für die BIG 7: ein Rückgang in einem Quartal weist nicht auf ein nachhaltiges Abflauen der Nachfrage. München bleibt auf Halbjahressicht mit 1,9 Mrd. Euro Investmenthochburg Nummer eins (+21 %) vor Frankfurt mit knapp 1,6 Mrd. Euro und Hamburg mit mehr als 1,4 Mrd. Euro. Das kräftigste Plus hatte Stuttgart zu verzeichnen: Objekte mit einem Volumen von 670 Mio. Euro wechselten den Besitzer, das sind immerhin 49 % mehr als im vergleichenden Vorjahreszeitraum. Der Fokus der Investoren gilt auch im ersten Halbjahr 2014 der Assetklasse Büro. Mit einem Anteil von rund 40 % am Transaktionsvolumen (entsprechend 6,8 Mrd. Euro) liegt sie klar vor den einzelhandelsgenutzten Immobilien mit 29 % Anteil (4,85 Mrd. Euro). Unter anderem gepusht durch größere Portfoliotransaktionen stieg der Anteil von Hotels auf gut 8 % (1,4 Mrd. Euro) an.

Insgesamt bleibt es auf dem deutschen Immobilieninvestmentmarkt bei einem sehr positiven Stimmungstrend. Politische und wirtschaftliche Risiken spielen zumindest in der kurzfristigen Investitionsentscheidung keine ausschlaggebende Rolle und weder das Thema Inflation noch die Gefahr negativer Preissteigerung (Deflation) wird von den Akteuren als direkter Risikofaktor mit großem Einfluss gesehen. „Bei hohen Inflationsraten können
die oftmals in gewerblichen Mietverträgen enthaltenen Indexierungsklauseln den realen Wertverlust einer Immobilie mildern - deflationäre Tendenzen zeigen sich aktuell eher in den Peripherieländern der EU. Hinzu kommt, dass es in Deutschland für ein Deflations-Szenario keine historischen Erfahrungs- und Vergleichswerte gibt", so Timo Tschammler. Nach wie vor gelte das Wirtschaftswachstum in den Volkswirtschaften als Kernindikator auch für Investoren. Eine davon begünstigte Flächennachfrage in den Immobilienmärkten verbunden mit steigenden Mietpreisen sorge für einen zunehmenden Kapitalfluss ins Immobiliensegment. „Wir gehen weiter davon aus, dass sich in der zweiten Jahreshälfte der erhöhte Kapitalfluss auch in großvolumigen Investments jenseits der 100 Mio. Euro- Marke niederschlagen wird. An unserer Jahresanfangsprognose von 35 – 40 Mrd. Euro Transaktionsvolumen in 2014 halten wir insofern also nach wie vor fest", betont Timo
Tschammler.

www.jll.de

publity kauft in Hessen zu

(fw/ah) Das Bürogebäude „Porticus" mit über ca. 8.000 Quadratmeter vermietbarer Fläche wurde Ende der 90er Jahre gebaut. Das 4-stöckige Objekt verfügt über insgesamt 163 PKW-Stellplätze in einer Tiefgarage und auf Außenstellplätzen.

Das Bürocenter „Classicus" bietet 7.000 Quadratmeter Mietfläche und wurde 2000 errichtet. 140 PKW-Stellplätzegehören ebenfalls zum Objekt. Beide Immobilien zeichnen sich durch ihr modernes Design mit einer Glas- und Stahl-Optik aus.

Die Zweigstelle der Bundesagentur für Arbeit in Bad Homburg hat ihren Sitz in einem der beiden Gebäude. Im Umfeld der beiden Bürobauten befinden sich Niederlassungen von IT-Unternehmen und Hochschulen. Die verkehrsgünstige Lage zeichnet die Objekte ferner aus.

„Beide Büroobjekte zeichnen sich durch ihre ideale Lage sowie ihre zeitlose Architektur aus. Damit haben wir für unsere Anleger in eine weitere Wertimmobilie investiert", so Thomas Olek, geschäftsführender Gesellschafter innerhalb der publity Finanzgruppe.



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