Bankenausschuss lockert Eigenkapital-Reform

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Nach den Verwerfungen am Finanzmarkt waren sich alle Marktteilnehmer darüber einig, dass Banken zukünftig stärkere Kapitalpuffer bilden sollten. Dahingehende Vorschläge des Baseler Bankenausschusses, in dem Notenbanken und Bankaufseher aus 27 Ländern vertreten sind, wurden jetzt doch erheblich gelockert. Darauf einigten sich die Mitglieder des Bankenausschusses am gestrigen Dienstag.

(fw/ah) Der Baseler Bankenausschuss hat seine Reformvorschläge für Banken in einigen Punkten entschärft. Details über die umstrittene Höchstverschuldungsgrenze wurden erstmals bekanntgegeben. Diese Obergrenze verfolgt den Zweck, dass Banken ihre Bilanz nicht zu stark aufblähen. Nach dem Willen der Aufseher sollen Banken für ihre Bilanzsumme mindestens drei Prozent hartes Eigenkapital vorhalten. Das berichtet das Handelsblatt. Da die Bilanzsumme in den USA und Europa wegen unterschiedlicher Bilanzregeln nicht vergleichbar ist, einigten sich die Aufseher zudem auf einen Umrechnungsmodus. Der neue Kompromiss soll frühestens im Jahre 2018 in Kraft treten. Davor haben die Aufseher eine längere Phase geschaltet, in der sie diese neue Kennziffer beobachten und harmonisieren wollen.

Umfassende Kompromisse trafen die Aufseher bei der Frage, was alles als hartes Eigenkapital akzeptiert wird. Bislang sollten die Banken viele Positionen von ihrem Kernkapital abziehen. Das wurde nun aufgeweicht: Ein Beispiel sind Beteiligungen, bei denen eine Bank zwar die Mehrheit, aber nicht alle Anteile an einer anderen Bank besitzt. Bislang war geplant, dass die Institute sich dann zwar alle Risiken ihrer Tochter selbst zurechnen mussten.