200 Millionen Euro für Zmarta

Fintech und Medien-Konzerne
Bauer Media hat sich einen Fintech gekauft - der in eigenen Medien beworben wird © audrey_bergy - Fotolia.com

Die Internet-Szene wird in der Assekuranz und Banken rau. Für 200 Millionen Euro hat sich die Bauer-Mediengruppe eine Verkaufsmaschine im Internet erworben die in eigenen Medien beworben wird.

2016-07-07 (fw/db) Bis zu 200 Millionen Euro hat die Bauer Media Group in die Verkaufsmaschine Zmarta investiert. Das Internet-Portal verkauft alles was Geld oder Provision den Betreibern bringt, egal ob die Verbraucher mit Kredit oder Versicherungen klar kommen. Das Verkaufsportal Zmarta hat seit 2015 eine eigene Website im Netz und ein Büro in München. In Deutschland soll die Internet-Verkaufsmaschine als Konkurrenz zu Portalen wie Finanzcheck 24 sich bewähren. Das Angebot der Verkaufsmaschine im Internet: unter anderem die Vermittlung privater Darlehen, Versicherungen, Kreditkarten und eine App fürs Organisieren der privaten Finanzen. Der neue Investor Bauer-Verlag wird die Internet-Verkaufsmaschine mithilfe von Werbung in seinen Print- und Radiomedien in Deutschland und in Skandinavien die Zmarta-Geschäfte ankurbeln. Die Finanz-Verkaufsmaschine soll auch in weiteren Bauer-Ländern aktiv werden. ” „Wir sehen starke Synergien zwischen Bauer und Zmarta”, lässt sich Bauer-Konzerngeschäftsleiter Andreas Schoo in den Medien zitieren. Nach eigenen Angaben habe die Verkaufsmaschine Zmarta, in Skandinavien seit 1999 aktiv, über eine Million Kunden und 200 Mitarbeiter. Den Kaufpreis schätzen Finanzkreise auf umgerechnet 160 bis 200 Millionen Euro. Verkäufer ist das Private-Equity-Unternehmen H.I.G. Capital. Dem Deal müssen die Kartell- und Finanzaufsichtsbehörden in Schweden noch zustimmen. Fazit: Wie lange schaut die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) noch weg, wenn mit massiver Werbung aus den Medien Versicherungen und Bankdienstleistungen über das Internet verkauf werden? Wo bleibt da der staatlich finanzierte Verbraucherschutz, zumal die Finanz-Verkaufsmaschinen nicht nur mit einer eingeschränkten Produktauswahl arbeiten, sondern von den Eigentümern, hier die Verlagsgruppe Bauer, als „Vergleichsportal“ beworben werden. Die Forderung von den Versicherungsunternehmen, mindestens gleiche Aufsicht, Pflichten und Zulassungen für Internetportale, wie für Vermittlungsunternehmer, Versicherungsmakler und Versicherer macht da Sinn. Der Gesetzgeber und der Verbraucherschutz sind gefordert.