“Wir richten uns auf einen Zukunftstrend aus”

Michael Motschmann, Vorstand und General Partner der MIG AG/ Foto: © MIG AG

Die MIG AG blickt äußerst zufrieden auf das vergangene Geschäftsjahr zurück, denn das verwaltete Beteiligungsportfolio konnte erfolgreich weiterentwickelt und ein neuer Fonds auf den Markt gebracht werden. In diesem Jahr konnte bereits eine neue Beteiligung vermeldet werden. Dabei steht besonders eine Megatrend im Fokus.

Der Börsengang des Beteiligungsunternehmens BioNTech AG war für die MIG AG das wichtigste Einzelereignis des Jahres 2019. So debütierte der Mainzer Spezialist für individualisierte Krebsimmuntherapien im Oktober im Nasdaq (finanzwelt berichtete) und erreichte bis zum Jahresende einen Börsenwert von ca. 7 Mrd. Dollar. Die MIG Fonds 7, 8 und 9 halten zusammen 13,5 Mio. Aktien an BioNTech. Im letzen Jahr wurden zudem die restlichen Anteile des im Vorjahr an die Börse gebrachten Internet-Telefonie-Dienstleisters NFON verkauft. Aus diesen und weiteren Transaktionen resultierten für die Anleger der MIG Ausschüttungen von über 17 Mio. Euro. Zudem setzte der VC-Investor damit seine Exit-Strategie konsequent fort. So wurden in den vergangenen fünf Jahren die Anteile an SILTECTRA (2018), BRAIN (2017), SuppreMol (2015) und sunhill technologies (2015) veräußert. Durch den im Jahr 2016 erfolgten Verkauf der Ganymed AG können die MIG Fonds bei erfolgreicher Weiterentwicklung der Projekte mit noch wesentlich höheren Zuflüssen rechnen.

Neue Beteiligungen kamen hinzu

Die MIG AG hat im vergangenen Jahr das Portfolio zudem um neue Beteiligungen erweitert. So erwarben die MIG Fonds 4, 10 und 14 im März für ca. 3 Mio. Euro eine Beteiligung an der dänischen Liva Healthcare (finanzwelt berichtete). Das Unternehmen aus Kopenhagen hat eine digitale Plattform entwickelt, die Patienten hilft, chronische Erkrankungen vorzubeugen. Ebenfalls in Skandinavien wurde die MIG AG im Juli fündig: So erwarben die MIG Fonds 2, 4, 6, 8, 10 und 14 als Leadinvestor für einen Betrag von 4 Mio. Euro das Helsinkier Unternehmen IQM. Die Neugründung aus der finnischen Hauptstadt arbeitet an der Entwicklung neuartiger Komponenten für Quantencomoputer (finanzwelt berichtete). Die letzte neue Beteiligung des vergangenen Jahres erfolgte wieder Inland: So waren im Dezember die MIG Fonds 14 und 16 im Rahmen einer erweiterten Series A-Finanzierung in Höhe von 1,9 Mio. Euro am Münchner FinTech-Start-up wealthpilot beteiligt, das sich mit einem hybriden Modell an Vermögensberater wendet. „Wir konnten im abgelaufenen Jahr unseren Deal Flow ein weiteres Mal auf hohem Niveau halten. Viele unserer Beteiligungsunternehmen erzielten 2019 große Fortschritte“, so Michael Motschmann, General Partner der MIG AG über das vergangene Jahr.

Auch in diesem Jahr wurden bereits neue Beteiligungen unter Dach und Fach gebracht. So beteiligten sich die MIG Fonds 2, 8, 10, 12 und 16 mit insgesamt 6 Mio. Euro an der Temedica GmbH (finanzwelt berichtete). Das Münchner Unternehmen ist im Gesundheitswesen aktiv und entwickelt u.a. Therapiebegleiter in Form von Smartphone-Apps. Mit drei Neuinvestments 2019 sowie dem jüngsten Einstieg bei Temedica. „Unsere Engagements in jüngerer Zeit haben eine starke digitale Ausrichtung. Damit richten wir unser Portfolio auch auf diesen wesentlichen Zukunftstrend aus“, so Michael Motschmann. Auch viele der restlichen Beteiligungsunternehmen der MIG AG erzielten im vergangenen Jahr Fortschritte. So flossen im Rahmen von insgesamt 23 Nachfinanzierungen 26 Mio. Euro in das bestehende Portfolio.

Neuer Fonds gestartet

Im vergangenen Jahr hat die MIG AG zudem den MIG Fonds 16 auf den Markt gebracht. Dieser konnte bereits nach kurzer Zeit in die Finanzierung der neuen Beteiligungen an wealthpilot und Temedica eingebunden werden. „Wir sehen weiterhin gute Chancen, unser Geschäftsmodell 2020 erfolgreich weiterzuentwickeln. Unsere Beteiligungen haben zu einem guten Teil einen Reifegrad erreicht, der es uns ermöglicht, an der Umsetzung weiterer Exits zu arbeiten. Wir konzentrieren uns gleichzeitig darauf, unser bestehendes Portfolio um interessante junge Firmen zu ergänzen“, so Michael Motschmann über das laufende Jahr. (ahu)