Ökosysteme bedeuten neue Erkenntnisse

Andre Nepgen, verantwortlich für Discoverys globales Fitnessprogramm Vitality / Foto: © Digital Insurance Agenda

Seit seiner Gründung vor 25 Jahren in Südafrika ist Discovery Pionier in der Anwendung von Verhaltenswissenschaften und Fitness in Verbindung mit Krankenversicherungen gewesen. Heute ist Discovery ein globales Finanzinstitut, das eine breite Palette an Versicherungen und kurzfristigen Investmentprodukten anbietet und nun auch in das Bankwesen expandiert. Discovery, dessen Hauptmärkte Südafrika, Großbritannien, China und die USA sind, und das darüber hinaus Versicherungspartnerschaften in 15 weiteren Ländern unterhält, hat rund 19 Millionen Kunden weltweit. Wir haben Andre Nepgen, verantwortlich für Discoverys globales Fitnessprogramm Vitality, gebeten, einige der Geheimnisse hinter dem Erfolg dieses Programms zu lüften. Laut Andre geht der Erfolg auf die Schaffung von Ökosystemen mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Partnern zurück.

Andre, könnten Sie uns ein wenig über den Kern des Geschäftsmodells von Discovery erzählen?

Andre: “Im Kern unseres Geschäfts stehen das ganz einfache ´Warum´, ´Wie´ und ´Was´ wir tun. Und das wissen alle im Unternehmen, egal wen Sie fragen. Der Grund, warum wir tun, was wir tun, ist folgender: Wir wollen den Menschen zu einer besseren Gesundheit verhelfen, ihre Lebensqualität steigern und ihr Leben schützen. Das ´Wie´ heißt bei uns ´Shared-Value-Versicherungsmodell Vitality´, und darauf komme ich etwas später noch einmal zu sprechen. Und was wir anbieten, sind Versicherungen, Bankgeschäfte und Geldinvestitionen.”

Die Art und Weise, wie das ´Warum´, ´Wie´ und ´Was´ nahtlos ineinandergreifen, erklärt offensichtlich einen Teil des Erfolgs. Aber wahrscheinlich beginnt das mit der Tatsache, dass die Antwort auf das ´Warum´- Discoverys Mission, “den Menschen zu einer besseren Gesundheit zu verhelfen, ihre Lebensqualität zu steigern und ihr Leben zu schützen” –, bei den Kunden sehr gut ankommt. Welches sind die maßgeblichen Trends, auf die Sie aufsetzen?

Andre: Wir glauben, dass sich gerade drei globale Trends herausbilden, die das Potential besitzen, die Versicherungsindustrie weltweit zu revolutionieren. Der erste Trend hat mit der Veränderung der Risiken zu tun. Wir kennen das alle; vor 50 Jahren waren die Hauptrisiken Infektionen und bestehende Vorerkrankungen, und danach richten wir das Underwriting aus. Heute sehen wir, dass das Risiko im Wesentlichen verhaltensabhängig ist. Wir sehen, dass ´lebensstilabhängige Krankheiten´ – zum Beispiel Mangel an Bewegung, Rauchen, schlechte Ernährung und Alkoholmissbrauch – mehrheitlich für Krankheit und vorzeitigen Tod verantwortlich sind. Ähnliches beobachten wir auch in den Bereichen Fahrzeug- und Gebäudeversicherung: 80 Prozent aller Unfälle gehen auf schlechtes Fahrverhalten zurück. Das Risiko ist also im Wesentlichen verhaltensabhängig.

Der zweite Trend, den wir identifiziert haben, ist Technologie. Technologie ist für Versicherungsunternehmen zu einem echten Wegbereiter geworden, vor allem angesichts der zunehmenden Verbreitung von tragbarer Technologie. Aus dem Versicherungsblickwinkel betrachtet, sind wir heute also in der Lage, eine detailgenauere Risikobewertung vorzunehmen und diese öfter zu wiederholen. Vivametrica, das auch zu den Fallstudien des letzten Events DIA Amsterdam gehörte, verdeutlicht das.

Der dritte und letzte Trend ist die soziale Verantwortung. Versicherungsunternehmen stehen zunehmend vor der Herausforderung, über die finanzielle Seite hinaus einen sozialen Zweck zu verfolgen.

Wie diese Trends in das Geschäftsmodell von Vitality übersetzt wurden, lesen Sie auf Seite 2