Hoffnungsträger

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Eine Vielzahl von Anbietern legt erstmals offene Immobilienfonds auf. Das Geschäft mit geschlossenen Immobilien-AIF kommt nicht so richtig in Schwung. Scope hat ermittelt, dass die Anbieter im vergangenen Jahr insgesamt 24 Fonds mit einem Eigenkapitalvolumen von 1,2 Mrd. Euro aufgelegt haben. Ein nahezu unverändertes Niveau im Vergleich zum Vorjahr. Da kann es nicht verwundern, dass auch bislang Verfechter der geschlossenen Beteiligungsmodelle nach Alternativen suchen. Kann der offene Fonds eine Lösung sein? Das scheint eine Reihe von Unternehmen so zu sehen, denn erstmals bieten sie ein offenes Vehikel sowohl für private als auch für institutionelle Investoren an.

Dabei haben auch die offenen Immobilienfonds keine reine Weste. Innerhalb der vergangenen zwölf bis 15 Jahre verloren private Anleger aufgrund der angeordneten Liquidation mancher Fonds Milliarden Euro. Noch vor wenigen Jahren befanden sich 18 offene Immobilienfonds in Abwicklung, eine Vielzahl von ihnen war zu diesem Zeitpunkt bereits auf die Verwahrstelle übergegangen, weil die Fondsmanager nicht in der Lage waren, die Immobilien zeitnah zu verkaufen. Doch das sei nicht der Grund dafür, dass die Kleinsparer erst im Jahr 2014 wieder in offene Immobilienfonds eingestiegen sind, behauptet Michael Schneider, Geschäftsführer der Service-KVG IntReal: „Nachfrage war vorhanden, aber kaum geeignete Angebote. Wir haben in dieser Zeit gerade einmal vier, fünf Anbieter mit eigenen Produkten registriert.“ Zerberus sei vielmehr der Vertrieb, der im Auftrag der Anbieter darauf geachtet hat, dass kein Geld in die Fonds fließt, weil die Fondsmanager kaum passende Immobilien gefunden haben.

Das Nettovermögen der offenen Publikumsfonds stieg seit 2014 von 81 Mrd. Euro auf knapp 107 Mrd. Die Anbieter von institutionellen Vehikeln sammelten dagegen seit 2009 kontinuierlich frisches Kapital ein und steigerten ihr Volumen von 27 Mrd. Euro auf knapp 99 Mrd. Euro. Für Schneider keine Überraschung: „Die Publikumsfonds sind extrem reguliert. Die Vorbereitung zur Gestattung dauert sehr lang. Außerdem kann halt nicht jeder einen offenen Fonds auflegen. Alleine die tägliche Ermittlung des Anteilspreises erfordert eine aufwendige IT.“ Die Real I.S. hat ihre Hausaufgaben inzwischen erledigt und ihren ersten offenen Publikumsfonds emittiert, den „Realisinvest Europa“ – zehn Jahre nach der Auflage des ersten offenen Spezialfonds für institutionelle Investoren. „Der Fonds startet mit Seedinvestments von 29 Sparkassen und so mit einem Investmentvolumen von 300 Mio. Euro“, berichtet Real I.S.-Vorstand Jochen Schenk. Im Fokus stehen Büroimmobilien in Europa der Kategorie Core und Core plus. Anleger beteiligen sich ab einer Mio. Euro und dürfen jährliche Ausschüttungen von zwei bis 2,5 % erwarten.

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