110 %-Finanzierung: Heute noch eine sinnvolle Lösung?

Immobilien komplett ohne Eigenmittel finanzieren – angesichts der hohen Immobilienpreise ein gewagter Schritt. Bildquelle: @ Francesca Tosolini / Unsplash.com

Immobilien sind sowohl als Eigenheim als auch als Investitionsobjekte äußerst beliebt. Die niedrigen Zinsen halten den Boom in diesem Bereich auch weiterhin am Laufen. Daraus resultieren gerade in beliebten Lagen mittlerweile Immobilienpreise, die vor einigen Jahren noch unvorstellbar waren. Gerade junge Haushalte mit zwei Vollverdienern überlegen sich dabei häufig, lieber jetzt schon eine Immobilie zu finanzieren, auch wenn das nötige Eigenkapital fehlt. Doch sind solche Vollfinanzierungen tatsächlich eine sinnvolle Lösung?

110 %-Finanzierung vs. 100 %-Finanzierung – wo liegt der Unterschied?

Die Unterschiede zwischen diesen beiden Arten der Baufinanzierung sind auf den ersten Blick nicht unbedingt ersichtlich. Dabei geht es in diesem Zusammenhang nur um die Nebenkosten:

  • 100 %-Finanzierung: Der Kaufpreis wird komplett finanziert
  • 110 %-Finanzierung: Der Kaufpreis und auch die Nebenkosten werden finanziert

Streng genommen ist also erst die 110 %-Finanzierung eine echte Finanzierung ohne Eigenkapital, weil hier wirklich keinerlei Eigenmittel für den Erwerb der Immobilie zur Verfügung stehen. Diese Option klingt zwar gerade bei einem hohen persönlichen Einkommen reizvoll, hat aber durchaus ihre Tücken. Zudem werden solche Finanzierungen auch nur bei einer Top-Bonität von Kreditgebern überhaupt in Erwägung gezogen.

Hohe Raten und trotzdem hohe Restschuld – Risiken einer 110%-Finanzierung

Wer sich für eine 110 %-Finanzierung entscheidet, steht schnell vor einem Problem: Mittels Baufinanzierungsrechner lässt sich schnell ersehen, dass der Kreditnehmer hohe Summen tilgt und nach Ablauf der Zinsbindung immer noch eine hohe Restschuld vor sich hat. Ein kleines Beispiel soll dies verdeutlichen:

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