„Wir sind eine kleine Kopie der Allianz“

Dr. Stefan M. Knoll, CEO der Deutschen Familienversicherung / Foto: © Deutsche Familienversicherung

Diese selbstbewusste Aussage machte Dr. Stefan M. Knoll, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Familienversicherung, auf der heutigen Bilanzpressekonferenz des InsurTechs. Das Unternehmen hat allen Grund darauf, zufrieden auf das vergangene Geschäftsjahr zu blicken. Und hat für die Zukunft viel vor.

Für das Geschäftsjahr 2018 hatte die Deutsche Familienversicherung (DFV) ein Neugeschäft von 50.000 Verträgen prognostiziert. Tatsächlich konnten aber 55.263 Neuverträge auf den Markt gebracht werden, ein Wachstum von 29 %. Das Neugeschäftsvolumen betrug mit 17,6 Mio. Euro  sogar 90 % mehr als im Vorjahr. Bereinigt um Effekte aus der Portfoliooptimierung erhöhten sich die Bruttobeiträge um 10,1 % auf 68,5 Mio. Euro.

Auch das Bestandsgeschäft entwickelte sich positiv. So stiegen hier die Beiträge gemäß IFRS um 3,8 % auf 75,7 Mio. Euro. Unter Berücksichtigung des Effekts aus der Beendigung der Mitversicherung an einem Gebäudeversicherungsportfolio zum 31. Dezember 2017 und dem signifikanten Abbau des schadensintensiven Elektronikversicherungsbestandes lag das Wachstum der Bestandsbeiträge im Kerngeschäft sogar bei 19,6 %. Bereinigt um die Effekte der Portfoliooptimierung stiegen die gebuchten Bruttobeiträge um 10,1 % auf 68,5 Mio. Euro. Dieser Anstieg ist vor allem auf den Anstieg der Bestandsbeiträge des starken Neukundengeschäfts zurückzuführen, der im Wesentlichen durch Vertragsabschlüsse im Bereich Krankenzusatzversicherung getrieben wurde. So lag in diesem Bereich das Wachstum bei 41 % gemessen an der Zahl der Verträge. Am Beitragsvolumen gemessen betrug das Plus sogar 104 %. Somit ist auch der Bestand in diesem Produktsegment deutlich gestiegen: Um 10 % bei der Anzahl der Verträge und 24 % beim Beitragsvolumen.

Wachstum kostet Ergebnis

Das erfolgreiche Neugeschäft hat aber auch deutlich höhere Vertriebsinvestitionen nötig gemacht, die im vergangenen Jahr bei 15 Mio. Euro lagen. „Wachstum kostet Geld“, erklärte Finanzvorstand Michael Morgenstern auf der Pressekonferenz. Entsprechend ging das EBIT von 2,1 Mio. Euro auf minus 4,1 Mio. Euro zurück. In diesem Rückgang ist auch ein negativer Einmaleffekt aufgrund der Abschreibungen im Bereich der Kapitalanlagen infolge der globalen Einbrüche am Kapitalanlagemarkt enthalten. Auch die Aufwendungen für den Börsengang belasteten das Ergebnis. Unter Berücksichtigung dieses Einmaleffektes in Höhe von insgesamt 4,1 Mio. Euro lag das versicherungstechnische Ergebnis bei 0,71 Mio. Euro, womit die DFV trotz des Wachstums und der damit einhergehenden deutlich gestiegenen Vertriebsausgaben einen versicherungstechnischen Gewinn erzielte. Gemäß IFRS lag der Nettoverlust im Geschäftsjahr 2018 bei 3,3 Mio. Euro.

Der deutliche  Anstieg der Vertriebskosten hat auch dafür gesorgt, dass die Combined Ratio im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 Prozentpunkte nach oben gegangen ist und bei 98 % lag. Mit 39,5 % lag die Schadensquote auf Vorjahresniveau (39 %).

Weniger Gesamtbestand

Im vergangenen Jahr hat die DFV ihren Versicherungsbestand unter Risiko- und Ertragsaspekten optimiert. So wurde der Gebäudeversicherungsbestand vollständig abgebaut und der Bestand Technischer Versicherung (Elektronik) deutlich reduziert, wovon ca. 370.000 Verträge betroffen waren. Entsprechend lag der Gesamtversicherungsbestand zum 31. Dezember 2018 bei ca. 455.000 Verträgen, ca. 9.000 Verträge weniger als noch ein Jahr zuvor. Bereinigt um die Portfoliooptimierung wuchs der Bestand im Kerngeschäft um ca. 7 %.

Was der Börsengang im vergangen Jahr gebracht hat und auf welche Art und Weise die DFV ihre Bekanntheit steigern möchte, lesen Sie auf Seite 2