“Wir sind da, wo unsere Container sind”

Marc Schumann, Geschäftsführer Solvium Capital / Foto: © Solvium

Viele Anbieter von Sachwerten lassen die Assets von Partnern managen. Solvium Capital managt die Vermietung von Containern lieber selbst und zwar direkt vor Ort in Asien, da wo die Hotspots des Containerhandels sind. Geschäftsführer Marc Schumann über den Weg von der indirekten zur direkten Zusammenarbeit mit den Reedereien.

finanzwelt: Herr Schumann, lassen Sie uns zunächst über die Marktlage sprechen. Wie haben sich Preise und Mieten für Container in letzter Zeit entwickelt?

Marc Schumann: Grundsätzlich sind Preise für Container und Mieten viel stabiler als die Preise und Mieten für Schiffe. Aber leichte Wellenbewegungen gibt es immer. Nach einer temporären Delle nach unten vor drei Jahren haben sich die Preise für Container wieder nach oben bewegt und der Trend ist zurzeit und perspektivisch stabil. Und die Auslastung ist seit längerem erfreulich hoch. Weltweit liegt die Quote bei rund 97 %, das ist fast Vollauslastung.

finanzwelt: Wer sind denn im Allgemeinen die Mieter und Vermieter von Containern?

Schumann: Mieter sind überwiegend die Reedereien, die Containerschiffe einsetzen. Dieser Markt wird immer mehr zu einem Oligopol. Die großen Reedereien werden durch Fusionen und Übernahmen immer größer und ihr Marktanteil steigt. Vor fünf Jahren betrug der Anteil der zehn größten Reedereien an der Weltschifffahrt etwas mehr als zwei Drittel, im letzten Jahr ist er auf 84 % gestiegen. Dieser Expansionskurs geht zu Lasten des Eigenkapitals der Reedereien und deshalb mieten diese zunehmend Container, statt sie zu kaufen. Dieses Verhalten setzt sich in der gesamten Branche fort. Die Quote der gemieteten Container ist erstmalig seit vielen Jahren wieder über 50 % gestiegen. Unter den Vermietern gibt es ebenfalls Schwergewichte, die riesige Mengen an Containern an die großen Reedereien vermieten. Und dann eben viele mittelgroße und kleine Gesellschaften wie uns.

finanzwelt: Als Solvium Capital vor einigen Jahren gegründet wurde, konnten Sie ja nicht gleich große Mengen Container an große Reedereien vermieten. Wie fängt man also an?

Schumann: Richtig, die Vermietung von großen Mengen Containern an große Reedereien ist sehr schwer und war auch nie unser geplantes Geschäftsmodell. Ich kannte die Branche und die Player im globalen Containergeschäft aus meiner beruflichen Erfahrung ganz gut und Gleiches gilt für meine Kollegen. Wir haben also Kontakt zu guten Vermietgesellschaften in China, Hongkong und Singapur gesucht, die mit kleinen und mittelgroßen Reedereien zusammenarbeiten. Diese Kontakte haben wir aufgebaut und sie haben sich bewährt. Im Laufe der Jahre haben wir uns an verschiedenen regionalen Gesellschaften beteiligt, das Personal übernommen und neue Niederlassungen gegründet.

finanzwelt: Wer ist jetzt wir? Die Solvium Capital?

Schumann: Nein, das sind Schwestergesellschaften. Die Solvium Capital GmbH ist Tochter der Solvium Holding AG, und die wiederum ist Muttergesellschaft der Noble Container Leasing Gruppe in Hongiong. Das Geschäft wird dort von einer chinesischen Managerin mit langjähriger Erfahrung geführt, die auch am Unternehmen beteiligt ist. Ich bin gleichzeitig Geschäftsführer von Solvium Capital und im Board der Schwestergesellschaften in Asien. Diese besuche ich natürlich regelmäßig, um mich mit den Kollegen über Neuigkeiten und Trends auszutauschen und natürlich zu Verhandlungen mit Mietern und Produzenten.

Warum Solvium nicht auf externe Partner setzt, lesen Sie auf Seite 2