Wir bauen Zukunft

Oliver Schoeller, Vorstandsvorsitzender der Gothaer / Foto: © Gothaer

Seit Sommer ist Oliver Schoeller Vorstandsvorsitzender der Gothaer. Wie die ersten Monate in der neuen Position verliefen, berichtet er im finanzwelt-Interview.

finanzwelt: Herr Schoeller, nach der Herausforderung Kranken, folgte im Juli die Konzernspitze und im August das Sachgeschäft. Was erwartete Sie in den ersten Tagen in der neuen Position?
Schoeller: Das war ja zu einer Zeit, als die gesundheitlichen und ökonomischen Auswirkungen von Corona noch relativ unklar waren. In dem Kontext haben wir uns entschieden, das Sachversicherungsgeschäft als Speerspitze des Konzerns unmittelbar durch den Konzern-CEO führen zu lassen, weil das für unsere Kunden das wichtigste Geschäftssegment ist. So konnten wir unsere volle Aufmerksamkeit auf dieses Kerngeschäft richten. Das war zu dem Zeitpunkt sicherlich richtig. Jetzt haben wir deutlich mehr Klarheit darüber, wie das Gewerbegeschäft nach Corona aussehen kann und schalten um auf das nun zunehmend erkennbare „Neue Normale“.

finanzwelt: Was sind ihre persönlichen Herausforderungen, denen Sie sich in der neuen Position stellen?
Schoeller: Wir haben drei Fragestellungen: Erstens Wie können wir dazu beitragen, dass sowohl unsere Unternehmerkunden, als auch unsere Privatkunden möglichst wohlbehalten durch die Corona-Zeit kommen? Die zweite zentrale Frage ist, wie wir es schaffen, dass wir als Unternehmen unter Corona-Bedingungen effizient virtuell zusammenarbeiten und zugleich die Weichen Richtung Zukunft stellen. Und drittens geht es auch um die Frage, wie wir unsere Vertriebspartner sicher durch die Krise begleiten können. Das sind die drei großen Themen, mit denen ich mich als CEO für den Konzern beschäftige.

finanzwelt: Was hat sich für Sie verändert?
Schoeller: Ich bin durch die aktuellen Herausforderungen im Moment sehr fokussiert. Und ich merke, dass die Intensität extrem hoch ist. Insofern ist die Situation im Moment schon eine sehr besondere, vor allem auch für meine Familie, da ich derzeit im Unternehmen eben im besonderen Maße gefordert bin. Aber es macht mir auch Spaß, denn die Intensität dieser Zeit ermöglicht auch viel Wandel.

finanzwelt: Wie sieht so ein typischer Tagesablauf eines Vorstandsvorsitzenden aus?
Schoeller:
Mein Arbeitstag ist zur Zeit leider etwas anders als sonst, denn ich bin von 8 Uhr bis 18 Uhr durchgängig in virtuellen Konferenzen. Wir haben unglaublich viel unternehmerische Kraft, die wirklich bis zum letzten Mitarbeiter spürbar ist und die uns in diesen Corona-Zeiten sehr hilft. Diese unternehmerische Energie muss aber auch gelenkt und orchestriert werden. Dies ist in Zeiten der vollständig virtuellen Führung anspruchsvoller als noch vor einem Jahr.

Welche Ziele die Gothaer für die nächsten Jahre verfolgt, lesen Sie auf Seite 2