Wie auch bAV-Vermögen geschützt werden können

Dipl.-Math. Peter A. Schramm, Sachverständiger für Versicherungsmathematik (li). und Rechtsanwalt Dr. Johannes Fiala (re.) / Fotos: © Kanzlei Fiala

Unter „asset protection“ (Vermögensschutz) versteht man die Trennung
geschäftlicher und privater Risiken bzw. Vermögenssphären, einschließlich der
Einbindung von Versicherungsschutz. Gefahren für das Privatvermögen stammen
vorwiegend aus dem betrieblichen Bereich (z.B. Durchgriffshaftung) oder durch
Finanzierungen, aber auch wegen Trennung/Scheidung oder aus rechtlichen
Auseinandersetzungen.

Zum Schutz einer „eisernen Reserve“ vor Pfändung und Vollstreckung, bietet sich
nur für den Privatbereich die Lebensversicherung aus Liechtenstein an. Wenn alles
gut geht, kommen Gläubiger an dieses Geld kaum heran. Bei der Gestaltung gibt es
jedoch zahlreiche Fallstricke, welche das Vermögen massiv gefährden können.

Totalverlust durch Vermittlung in Deutschland

Das Vermögen in der liechtensteinischen Lebensversicherung wird durch das
Insolvenzprivileg nach Liechtensteiner Recht geschützt. Eine Werbung mit dem
Insolvenzschutz in Deutschland ist jedoch ebenso wenig erwünscht, wie das
Herausstellen des Versicherungsgeheimnisses, welches die Behördenneugier in
Schranken verweist.

Wird diese Versicherungspolice aber durch einen Vermittler oder ein Kreditinstitut
aus Deutschland vermittelt, so entfällt indes nach herrschender Ansicht dieser
Insolvenzschutz, weil dann in aller Regel zwingend deutsches Recht gilt. Dieser
Umstand ist auch aus einem Schriftwechsel zwischen BaFin und FMA
(liechtensteinische Finanzmarktaufsicht) bekannt – der Kunde wird über dieses
„Totalverlustrisiko“ zumeist nicht aufgeklärt. Auch eine gemeinsame Reise des
Vermittlers (Agent/Makler) mit dem Kunden nach Liechtenstein ändert an diesem
rechtlichen Ergebnis nichts.

Totalverlust durch Bankenkonkurs

Der schweizer Banker ist pikiert, wenn er auf die geringe Einlagensicherung i.H.v.
30.000 SFR je Kunde angesprochen wird. In Deutschland gab es schon die eine
oder andere Bankenpleite, bei welcher jeder Kunde mit lediglich 20.000 Euro
abgesichert war.

In der liechtensteinischen Lebensversicherung, genau gesagt im sogenannten
Versicherungsmantel, befindet sich ein Cash-Konto sowie ein Depot, für das der
Lebensversicherer selbst nicht haftet. Insofern wäre die erste Wahl für Depot und
Konto ein geeignetes Kreditinstitut, welches gesetzlich nicht konkursfähig ist –
danach ist auf die Zugehörigkeit zu einem ausreichenden Einlagensicherungssystem
zu achten. Da Konto- und Depotinhaber die Versicherungsgesellschaft ist, gelten
jedwede Grenzen für deren gesamte Anlagen beim Kreditinstitut – auf jeden
einzelnen Kunden des Versicherers fallen dann entsprechend wenig.

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