Riskante Gewinnbringer?

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Der Anleihenmarkt bester Bonität und Schuldner leidet weiterhin unter Renditeschwäche. Die Zinsdürre hat uns im Griff. Hochzinsanleihen (High Yields) sind eine Chance auf attraktive Erträge. Sie haben seit Jahresbeginn gut performt. Dennoch sollten Berater die Ausfallraten im Blick behalten und breit streuende Fondslösungen auswählen.

Im März hat der Ausbruch des Coronavirus die wirtschaftlichen Aktivitäten zum Erliegen gebracht. An den Aktien- und Anleihenmärkten hat dies zu einer beträchtlichen Volatilität (Schwankungsbreite) geführt. „Safe Havens“ (sichere Häfen) waren gefragt. In der Folge gaben die Renditen der US-Treasuries deutlich nach. So sank die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihen von knapp 2 % Ende 2019 auf knapp 0,7 % im September. Mitunter lohnt ein gezielter Blick auf Unternehmensanleihen, die Renditen jenseits des Inflationsausgleichs versprechen. Dies ist zwangsläufig mit einem erhöhten Risiko verbunden. Hochzinsanleihen, auch High Yields genannt, sind Anleihen von Emittenten, deren Bonität von den Rating-Agenturen schlechter als „BBB“ bzw. „Baa“ eingestuft wird. Die Kreditqualität liegt also unterhalb des „Investment-Grade- Bereichs“. Das höhere Risiko wird im Normalfall mit einer höheren Verzinsung abgegolten. Sicherlich ist gerade in turbulenten und volatilen Zeiten die Risikoprämie (etwas) höher, gleichwohl kann es im Zinstief sinnvoll sein, eine Beimischung in Betracht zu ziehen. „Das Umfeld für positive Gesamtrenditen von Investitionen in High Yield (HY) ist nach wie vor gegeben. Die makroökonomischen Aussichten unterstützen aus unserer Sicht die Assetklasse, denn wir erwarten, dass die Zentralbanken bei Bedarf weitere Konjunkturimpulse geben werden. Natürlich behalten wir mehrere Faktoren genau im Auge, wie z. B. die Wahlen in den USA, die geopolitischen Beziehungen zwischen den USA und China sowie den Brexit“, so Sjors Haverkamp, Head of European High Yield, bei NN Investment Partners. In diesen tendenziell positiven Tenor stimmen auch Maud Bert und Marc Blanc, beide Fondsmanager des OFI Euro High Yield Fund ein: „Während der Markt zwar einerseits nicht mehr diese rekordhohen Renditen wie zum Höhepunkt der Krise im März bietet, lassen sich auf dem Hochzinsmarkt immer noch Bruttorenditen von mehr als 4 % generieren. Dieses Niveau entspricht dem langfristigen Durchschnitt – im Vergleich dazu ist die Rendite für Investment-Grade-Anleihen in den letzten Jahren aufgrund fallender EZB-Leitzinsen dramatisch gesunken.“ Letztlich haben sich seit Mitte März die Spreads (Aufschlag) an den Märkten halbiert – ein gutes Zeichen.

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