Leistungshoch

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Der Eintritt in die PKV ist zumeist eine Wahl fürs Leben. Ein hervorragendes Leistungsniveau und bezahlbare Prämien machen die Entscheidung aber in der Regel einfach. Und wenn der Schritt etwa wegen eines zu niedrigen Einkommens versperrt ist, hilft zumindest teilweise der Abschluss einer Zusatzpolice. Die Präferenzen der Verbraucher sind hierbei eindeutig.

Analysen des vom Ratingunternehmen Franke und Bornberg herausgegebenen map-report zeigen: Die privaten Krankenversicherer haben ihre Beiträge 2018 weitgehend stabil gehalten. In der Folge sind auch die Beitragseinnahmen 2018 insgesamt nur wenig gewachsen. Mit 1,9 % liegt die Steigerungsrate ganz knapp über der Inflationsrate (1,8 %). Im Vorjahr hatte sie noch 4,8 % betragen. Sorgenkind ist und bleibt dabei die Vollversicherung. Auch 2018 ist es den PKV-Unternehmen der Analyse zufolge nicht gelungen, den Bestandsabrieb zu stoppen. Der Verlust von 17.100 Versicherten lag nur unwesentlich unter dem Wert für 2017 (minus 19.300 Vollversicherte). Ihren Zenit hatte die PKV mit 8.976.400 Vollversicherten im Jahr 2011 erreicht. Seitdem sind ihr 240.100 Vollversicherte abhandengekommen. Für das Neugeschäft verbuchte die Branche Aufwendungen in Höhe von 2,51 Mrd. Euro. Damit lagen die Abschlusskosten 2,79 % über dem Vorjahresniveau. Reinhard Klages, Chefredakteur von map-report, sieht diese Entwicklung kritisch: „Theoretisch gehen Abschlusskostensätze in wachstumsschwachen Phasen zurück. Aber trotz Deckelung und mäßigem Neugeschäft sind die Aufwendungen für Vertragsabschlüsse in den vergangenen fünf Jahren gestiegen. Anscheinend wird weniger Neugeschäft zu höheren Kosten eingekauft.“ Vor diesem Hintergrund machen viele PKV-Anbieter laut Ratingunternehmen Morgen & Morgen dennoch eine gute Figur. Dies ergibt sich aus der letzten M&M-Analyse vom August 2019. Vier Versicherer erhielten eine 5-Sterne-Bewertung, zehn Versicherer 4 Sterne. Insgesamt wurden 30 Versicherer untersucht. Im Rahmen der Fünfjahresbetrachtung wurden jeweils zehn Bilanzkennzahlen für die Jahre 2014 bis 2018 analysiert. Das Rating erlaubt somit Aussagen über die wichtigsten Aspekte der Versicherer: Kosten, Solidität und Wachstum. Die Wachstumsrate für natürliche Personen in der Vollversicherung lag im Geschäftsjahr 2018 bei minus 0,55 %. Zusatzversicherungen erfreuten sich dagegen nach wie vor großer Beliebtheit. Die Wachstumsrate betrug hier 1,20 %. Bei der Anzahl der versicherten Personen insgesamt stellten die M&M Analysten ein Wachstum in Höhe von 0,85 % fest. Sowohl die Kostenquoten als auch das Eigenkapital blieben konstant. Die weiterhin schwierige Situation am Kapitalmarkt spiegele sich, so M&M, in den Erfolgsgrößen und in Größen der Finanzierbarkeit wider. Die Nettoverzinsung sank deutlich im Schnitt von 3,45 auf 3,03 % und gleichzeitig sanken die Bewertungsreserven der Kapitalanlagen. Während die RfB-Quote noch recht konstant blieb, reduzierte sich allerdings die RfB-Zuführungsquote. „Die Versicherer reagieren auf die anhaltende Niedrigzinsphase. Das schlägt sich primär in Rechnungszinssenkungen im Bestand nieder, die für den Kunden durch Beitragsanpassungen spürbar werden. Bis 2012 wurden die Tarife mit einem Rechnungszins von 3,5 % kalkuliert. Mittlerweile liegt der durchschnittliche Rechnungszins in den Beständen der Versicherer 2018 bei 2,8 % – 2017 waren es noch 3,0 %“, erklärt Thorsten Saal, Bereichsleiter Mathematik von MORGEN & MORGEN. „Angesichts der Stimmung am Kapitalmarkt schlagen sich die Versicherer gut und der PKV-Markt bleibt stabil. Dennoch wird es weiterhin zu Beitragsanpassungen kommen“, resümiert M&M-Geschäftsführer Peter Schneider.

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