Ist bei PIM fast alles verloren?

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Ein vorläufiges Gutachten des Insolvenzverwalters im Fall PIM Gold lässt Böses erahnen: Möglicherweise sind 90 % der Kundeninvestments verloren. Der Zusammenbruch des Goldhändlers war wohl nur eine Frage der Zeit. Zudem erhärtet sich der Verdacht krimineller Machenschaften. Für Vermittler könnte es noch eine böse Überraschung geben.

Im Fall PIM Gold hat Insolvenzverwalter Renald Metoja die „schuldnerischen Aufzeichnungen“ der Firma ausgewertet. Aus diesen geht hervor, dass die Ansprüche der Kunden sich derzeit auf bis zu 155 Mio. Euro belaufen, diesen jedoch nur ein Firmenvermögen von 17 Mio. Euro gegenüber steht. Somit müssen Anleger des insolventen Heusenstammer Goldhändlers befürchten, dass 90 % ihres Investments verloren sind. Das berichtet das Handelsblatt mit Berufung auf einen Bericht der vorläufigen Insolvenzverwaltung, der dem Medium exklusiv vorliegt.

Kriminelle Machenschaften?

In den Büchern des Unternehmens hätte Metoja zwar Aufzeichnungen darüber gefunden, dass Gold und Altgold im Wert von 480 Mio. Euro angekauft worden sei. Jedoch sei weiterhin ungeklärt, was mit diesem geschehen sei und es sei davon auszugehen, dass die Aufwendungen nicht in vollem Umfang den Kunden zugutegekommen sind. Vielmehr gäbe es Hinweise darauf, dass mit den eingesammelten Geld Gold gekauft und dieses in die Türkei transferiert worden sei, was auch möglicherweise mit Geldwäsche zusammenhängen könnte. Der Insolvenzverwalter hofft, dass durch die Forderungsanmeldungen der Gläubiger die Sache klarer wird. Weil das Gold möglicherweise längst weitergereicht worden sein könnte, sei es schwierig, es zurückzuholen.

Warum die Insolvenz von PIM wohl nur eine Frage der Zeit war und welches Ungemach Vermittlern noch droht, lesen Sie auf Seite 2