In zwei Jahren erstes Geld für P&R Anleger?

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Beim ersten Berichtstermin im Fall P&R wurde einmal mehr deutlich, dass die Probleme des insolventen Container-Anbieters schon lange bestanden. Die Anleger müssen nun auf die Schweizer P&R Gesellschaft hoffen.

Heute fand in der Münchner Olympiahalle der erste von insgesamt vier Berichtsterminen (Gläubigerversammlungen) der insolventen deutschen P&R Container-Verwaltungsgesellschaften statt. Hierzu fanden sich mehr als 2.500 Gläubiger des insolventen Containerinvestors ein, weitere ca. 7.700 ließen sich anwaltlich vertreten. Die stimmberechtigten Gläubiger, die eine Gesamtforderungssumme von über 1 Mrd. Euro vertraten, bestätigen einstimmig Insolvenzverwalter Dr. Michael Jaffé sowie den vom Amtsgericht München eingesetzten siebenköpfigen Gläubigerausschuss.

Warum ging P&R pleite?

Im Mittelpunkt des ersten Berichtstermins stand der ausführliche Bericht von Dr. Michael Jaffé über die Krisenursachen, die Hintergründe der Insolvenz sowie die Möglichkeiten, das noch vorhandene Vermögen zu verwerten. Anschließend hatten die Gläubiger mehr als eine Stunde lang die Möglichkeit, dazu Fragen zu stellen.

Laut Bericht des Insolvenzverwalters liegen die Probleme von P&R schon lange zurück. So habe schon seit 2007 eine Differenz zwischen der Zahl der von den vier deutschen Gesellschaften an die Anleger verkauften Container und der Zahl der vorhandenen und von der Schweizer P&R Gesellschaft verwalteten Container bestanden. Diese Fehlmenge habe sich schließlich auf über 1 Mio. Container summiert (finanzwelt berichtete).

Aufgrund dieser Differenz zwischen tatsächlich vorhandenen und tatsächlich verwalteten Container hätten die Mietansprüche der Anleger nicht mehr aus der Containerflotte bedient werden können. Nach Ansicht des Insolvenzverwalters hätte P&R bereits im Jahr 2010 einen Insolvenzantrag stellen müssen. Stattdessen wären die fälligen Auszahlungen an die Anleger durch Neuanlagegelder „refinanziert“ worden. Nachdem die Neuanlagen in den Jahren 2016 und 2017 wegen den Folgen der Magellan-Pleite und der seit Anfang 2017 geltenden Prospektpflicht einbrachen, sei auch die Liquidität von P&R merklich zurückgegangen, sodass die deutschen P&R Gesellschaften im März dieses Jahres einen Insolvenzantrag stellen mussten (finanzwelt berichtete).

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