Diese Gefahren gibt es bei E-Autos

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Das Elektroauto wird als Fahrzeug der Zukunft angepriesen. Doch wie unterscheidet sich dieses vom Fahrverhalten her und damit auch bezüglich eines Unfalls von einem Auto mit Verbrennungsmotor? Dieser Frage ist AXA nachgegangen. Ein wesentlicher Vorteil des E-Autos erweist sich dabei als nicht zu unterschätzende Gefahrenquelle.

Im Jahr 2010 hat die damalige Bundesregierung das Ziel ausgegeben, dass auf deutschen Straßen 1 Mio. Elektroautos fahren sollen, ein Ziel, das nach aktuellem Stand wohl frühestens 2022 erreicht wird. Mit der höheren Anzahl an Elektroautos verändert sich auch das Gefahrenpotenzial auf der Straße. So unterscheiden sich Elektroautos in mehreren Aspekten von PKW mit Verbrennungsmotor. Welche Folgen das haben kann, haben Unfallforscher der AXA im Rahmen von Crashtest im schweizerischen Dübendorf untersucht.

E-Autos beschleunigen schneller

Ein wesentlicher Unterschied zwischen E-Autos und solchen mit Verbrennungsmotor: E-Autos beschleunigen sehr schnell und immer gleich stark, unabhängig von der Drehzahl. Das mussten auch zahlreiche Besitzer von E-Autos feststellen: Nachdem sie auf ein solches gewechselt waren, mussten sie aufgrund des veränderten Brems- und Beschleunigungsverhaltens ihre Fahrweise anpassen. „Die maximale Beschleunigung ist sofort verfügbar, während es selbst bei PS-starken Verbrennungsmotoren noch einen Moment dauert bis die maximale Beschleunigung erreicht wird. Das stellt neue Anforderungen an alle Fahrerinnen und Fahrer“, erklärt Bettina Zahnd, Leiterin Unfallforschung & Prävention bei AXA.

Welche Folgen die starke Beschleunigung eines E-Autos für einen ungeübten Fahrer am Steuer haben kann, zeigt der erste AXA-Crashversuch. Bei diesem ist ein Fahrer mit einem E-Auto auf einer Landstraße unterwegs und möchte kurz vor einer Rechtskurve nur leicht beschleunigen. Jedoch beschleunigt das Auto viel schneller als der Fahrer erwartet, was zur Folge hat, dass er auf die Gegenfahrbahn gerät. Da das gegenüberliegende Auto weder rechtzeitig bremsen oder ausweichen kann, kommt es zu einem Frontalzusammenstoß, bei dem beide Fahrzeuge mit einer Geschwindigkeit von ca. 70 km/h zusammenpassen. Beide Autos werden stark deformiert und trotz Gurt und Airbag können beide Fahrer mittlere bis schwere Verletzungen davon tragen.

“Wer ein Auto fahren kann, kann nicht zwingend jedes Auto fahren. Neben der klassischen Fahrausbildung sind vermehrt auch spezifische Kenntnisse der einzelnen Fahrzeugtypen wichtig. Speziell bei E-Autos muss man sich erst an das veränderte Brems- und Beschleunigungsverhalten gewöhnen, bevor man das Fahrzeug sicher bedienen kann“, erläutert Bettina Zahnd.

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