Das sind die Vorteile kurzer Mietlaufzeiten im EZH

Schöberl, Managing Director Germany und Head of Instutional Clients bei BMO Real Estate Partners Deutschland / Foto: © BMO Real Estate Partners Deutschland

Die Rolle der Immobilien und Quartiere des innerstädtischen Einzelhandels muss neu gedacht werden. Die Entwicklung von der reinen Shoppingmeile zum urbanen Aufenthaltsraum passiert bereits und birgt einige Chancen für Mieter sowie Investoren. Die kaufen wieder verstärkt Einzelhandelsimmobilien – für 4,8 Mrd. Euro bis zur Jahresmitte: 12% über dem langjährigen Durchschnitt.

Dass die Menschen heute entscheiden können, ob sie ihren Wintermantel vom heimischen Sofa aus online bestellen oder ob sie ihn im Laden ihrer Wahl in der City aussuchen, hat einen Veränderungsprozess in unseren Innenstädte angestoßen. Der Effekt in den Einkaufsmeilen auf den Online-Handel erinnert an die Reaktionen, die bisher nur die Ankündigung eines neuen Shopping-Centers auslöste: bei den Händlern heißt es Stillstand im Bezug auf Expansionsentscheidungen, bei den Investoren Zurückhaltung. Manch einer streicht den Standort von der Liste, manch einer wartet ab und die Dritten kaufen und investieren in der richtigen Microlage. Die Qualität am Standort ist Basis der Entscheidung und profitiert gleichzeitig davon. Wir kaufen und investieren.

Mode weicht, Mischung kommt

Neben den Buchläden hat der Online-Handel vor allem die Flächenexpansion der Textiler und Schuhverkäufer gebremst. Die Modehändler investieren in eine Multi-Channel-Strategie – oft auf kleineren Flächen – und weniger in den Ausbau des Standortnetzes. Doch gilt die Zurückhaltung bei der Flächenakquisition nicht generell. Young-Fashion-Anbieter, wie Olymp+Hades, Only oder New Yorker suchen Flächen – primär große. Auch Ernstings Family, TK Maxx oder andere Textildiscounter expandieren weiterhin. Der Anteil des Textilsektors am Vermietungsvolumen im ersten Halbjahr 2019 liegt bei 23% – und damit knapp hinter der Gastronomie- und Foodbranche, die für 25% des Retailumsatzes sorgte. 2018 lag noch die Modebranche vorn. Der Gesamtumsatz verzeichnet in den ersten beiden Quartalen dieses Jahres mit knapp 250.000 m2 ein leichtes Plus von 10.000 m2 gegenüber dem ersten Halbjahr 2018. Bei der Vermietung an Restaurants, Cafés, aber vor allem Lebensmittler hingegen gibt es einen deutlichen Schub. Sie füllen viele der entstehenden Ladenlücken auf Straßenniveau – und schaffen in den Straßen eine Aufenthaltsqualität, die reine Einkaufsstraßen nie hatten.

Welche Lagen aktuell begehrt sind und wie sich die Renditen entwickeln, lesen Sie auf Seite 2