Das Internet macht diese Investmentformen erst möglich

Das Internet eröffnet viele neue Anlagemöglichkeiten / Foto: © Nmedia - stock.adobe.com

Vor dem Internet waren die Möglichkeiten der Geldanlage für die meisten Menschen recht überschaubar. Es gab Aktien, die natürlich beim netten Bankberater um die Ecke erworben wurden. Es gab Immobilien, doch wurden die vielfach weniger als Renditeobjekt denn als Eigenheim betrachtet. Zudem gab es Fonds, Zinseinlagen und etliche Versicherungen, die damals noch echte Anlageobjekte waren. Und heute? Das Internet hat den Anlagemarkt derartig verändert, dass selbst der Aktienhandel völlig verändert wurde. Zugleich steht das Anlegen heute quasi jedermann offen, ganz ohne, dass ein Berater aufgesucht werden oder gar das Haus verlassen werden muss. Dieser Artikel stellt einige der neuen Möglichkeiten der Digitalisierung vor.

Das Internet hat die Welt der Geldanlage erheblich verändert. / Foto: © PIX1861 (CC0-Lizenz) / pixabay.com

P2P-Lending – Kredite an andere Privatpersonen vergeben

Der Kreditmarkt im Internet ist riesig. Allerdings bietet sich für Anleger hier eine Möglichkeit, die früher wohl nur unter Freunden oder innerhalb der Familie gängig war: Die Kreditvergabe zwischen Privatpersonen. Online gibt es für diese Bereiche spezielle Portale, sodass Plattformen geschaffen wurden, die gewisse Regeln vorgeben und zugleich Sicherheiten gewährleisten:

  • Vorgehen – Privatpersonen auf der Suche nach einem Kredit registrieren sich auf der Plattform und stellen ihre Anfrage ein. Kreditgeber können sich nun auf die Anzeige melden und mit dem Kreditnehmer die Konditionen verhandeln.
  • Höhe und Konditionen – diese Kredite belaufen sich in der Regel nur auf kleinere Beträge. Wer in diesem Bereich anlegen möchte, verteilt sein Geld auf mehrere Kreditnehmer, wodurch das Verlustrisiko natürlich minimiert wird. Die Konditionen können – je nach Plattform – recht frei vereinbart werden. Über die Laufzeit und die Höhe der Zinsen verhandeln Kreditgeber und Kreditnehmer selbst, wobei die Portale oft einen gewissen Rahmen vorgeben.
  • Sicherheit – eine der Sicherheiten besteht in der Streuung der Anlagen. Da Anleger in mehrere Anfragen investieren und nur kleinere Summen bereitstellen, verlieren sie nicht direkt ihr ganzes Anlagevermögen, wenn ein Kredit platzt. Einige Plattformen stellen anfragenden Personen Konditionen. So ist es teils von der Plattform vorgegeben, dass eine Bonitätsauskunft stattfindet. Freilich können Kreditgeber auch erwarten, dass eine Selbstauskunft vorgelegt wird.

Wer hier erfolgreich sein möchte, sollte sich vorher tiefergehende Informationen einholen, um am Ende Verluste möglichst vermeiden zu können.

Während sich diese Form der Anlage eher auf reine Privatpersonen bezieht, gibt es eine verwandte Variante der Kreditvergabe: das Crowdfunding:

  • Kreditnehmer – das sind Gründer, kleinere Unternehmen, aber auch Privatpersonen, die Geld für ein spezielles Projekt benötigen.
  • Anlage – stößt ein Anleger auf ein Projekt, welches ihn interessiert und von dem er sich eine Rendite verspricht, kann er nun in dieses Projekt Geld investieren.
  • Rendite – an dieser Stelle unterscheiden sich die einzelnen Projekte oft massiv voneinander. Anleger müssen unbedingt hinschauen, denn die “Rendite” kann bei manchen Projekten auch das übers Crowdfunding realisierte E-Book sein. Hier ist fast alles möglich. Seriöse und vor allem zukunftsträchtige Unternehmen begrenzen eher die Zahl der Teilnehmer und bieten dafür eine Teilhabe am Unternehmen.

Beide Varianten sind sicherlich keine Wege, um schnell sehr hohe Renditen zu erhalten. Dafür eignen sie sich gut, um kleinere Summen anzulegen. Wer gerade seine Altersvorsorge plant und sich deshalb mit Anlageoptionen auseinandersetzt, sollte von beiden Varianten Abstand nehmen. P2P-Kredite und Crowdfunding eignen sich eher für Gelder, die aktuell ohne einen Nutzen “herumliegen”.

Über zwei weitere Investmentformen, die ohne Internet undenkbar wären, erfahren Sie auf Seite 2