Die digitale Transformation eröffnet viele Chancen

Martin Stötzel, Managing Partner bei Rhein Asset Management / Foto: © Rhein Asset Management

Die Digitalisierung ist eines der Megathemen des 21. Jahrhunderts. Von diesem Trend können Anleger sowohl über Einzelinvestments und über verschiedene Themenfonds profitieren.

Apple, Amazon, Microsoft, Alphabet: Was haben die vier größten börsennotierten Unternehmen der Welt gemeinsam? Genau, es sind ausschließlich Technologieunternehmen. Deren gesamte Marktkapitalisierung beträgt 3 123,61 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Die Marktkapitalisierung der Dax 30 Werte liegt bei rund 1 100 Milliarden Euro – also nicht einmal 200 Milliarden Euro mehr als der Börsenwert von Apple allein, der bei rund 936 Milliarden Euro liegt. Und zugleich ist das stärkste deutsche Unternehmen mit SAP ebenfalls ein Technologieanbieter.

Kein Wunder: Technologieunternehmen sind seit Jahren der Renner an den internationalen Kapitalmärkten. Ihre Marktwerte wachsen und wachsen und die Aktien sind seit langem in der Kategorie „Substanzwerte“ angekommen. Mit Spekulation haben Investments in produzierende Technologieunternehmen wie Apple und Microsoft nichts zu tun, vielmehr bieten sie langfristige Stabilität und jährliche Dividendenzahlungen.

Erweitern Investoren ihren Blick, werden sie auch zahlreiche weitere interessante Titel finden, die eng mit der Digitalisierung verknüpft sind. Denn Digitalisierung ist eines der Megathemen des 21. Jahrhunderts: „Die digitale Transformation eröffnet dabei große Chancen für mehr Lebensqualität, revolutionäre Geschäftsmodelle und effizienteres Wirtschaften. Schon heute sind über 20 Milliarden Geräte und Maschinen über das Internet vernetzt – bis 2030 werden es rund eine halbe Billion sein. Digitalisierung und Vernetzung kann ein Motor für Wachstum und Wohlstand sein“, heißt es beim Bundeswirtschaftsministerium. Die Unternehmensberatung McKinsey schätzt das Wertschöpfungspotenzial durch das Internet der Dinge allein in der globalen Fertigungsindustrie auf 1,2 bis 3,7 Billionen Dollar bis zum Jahr 2025. Hinzu kommen weitere ein bis zwei Billionen Dollar in Logistik und Handel.

Somit haben Unternehmen, die sich mit der Digitalisierung befassen und Lösungen zum Beispiel für Industrie 4.0-Anwendungen, Robotik oder E-Commerce bereitstellen, großes Marktpotenzial. Denn sie werden zu den treibenden Kräften der Wirtschaft. Um bei der Robotik zu bleiben: Schon im Jahr 2015 lag die Roboterdichte nach Angaben der IFR (International Federation of Robotics) in den USA bei 176 Robotern auf 10 000 Mitarbeiter im produzierenden Gewerbe. Spitzenreiter ist Südkorea mit 531 Robotern. In Deutschland kommen 301 Roboter auf 10 000 Mitarbeiter.

Von diesem Trend können Anleger beispielsweise über verschiedene Themenfonds profitieren. So bieten unter anderem der Axa Framlington Robotech, der Pictet-Robotics und der Robo Global Robotics and Automation ETF Zugangsmöglichkeiten zu dieser Branche. Und The Digital Leaders Fund setzt als Aktienfonds auf Unternehmen und Start-Ups, die Digitalisierungsangebote schaffen, sowie auf Unternehmen, die von der Digitalisierung profitieren und die Aussicht auf erhebliche Kursgewinne bieten.

Wer in Einzelwerte investieren will, sollte sich die Produkte im Technologiebereich genauer anschauen. Dazu gehören Daten, Speicher, Prozessoren, Kommunikation, Maschinen und zahlreiche andere mehr, die dann wiederum in so gut wie allen Branchen eingesetzt werden können – vom Einzelhandel über die Logistik bis zur Medizin und dem Finanzwesen. Bei diesen Titeln geht es dann – wie bei allen anderen Investments auch – um eingehende Analysen der historischen Daten und der künftigen Entwicklungsmöglichkeiten.

Da findet man dann auch Erfolgsgeschichten, die abseits der Öffentlichkeit überragend abschneiden. Die Nemetschek Group zum Beispiel fördert die Digitalisierung in der Baubranche. Der TecDAX-Wert hat in den vergangenen fünf Jahren mehr als 1160 Prozent Kurssteigerung hingelegt und allein in den vergangenen sechs Monaten mehr als 60 Prozent gewonnen.

Kolumne von Dr. Martin Stötzel,
Managing Partner bei der unabhängigen Vermögensverwaltung Rhein Asset Management (Luxemburg und Düsseldorf)