„Berater wollen endlich Planungssicherheit“

Dr. Frank Ulbricht, Vorstand BCA AG und BfV Bank für Vermögen AG / Foto: © BCA

Möglicherweise übernimmt die BaFin bald die Aufsicht über die freien Finanzanlagenvermittler. Die konkrete Ausgestaltung ist aber noch ungewiss genau wie die möglichen Folgen. BCA-Vorstand Dr. Frank Ulbricht fordert, dass diese Ungewissheit bald beseitigt wird. Auch äußert er Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Vorhabens.

Die Bundesregierung hat in ihrem vor einem Jahr geschlossenen Koalitionsvertrag für die Herstellung einer einheitlichen und qualitativ hochwertigen Finanzaufsicht über die freien Finanzanlagenvermittler eine schrittweise Übertragung der Aufsicht auf die BaFin gefordert. Nachdem es um das Thema zuletzt ruhig geworden war, rückte das Thema vergangene Woche wieder durch eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion in den Fokus der Öffentlichkeit (finanzwelt berichtete). „Das gerade bestätigte Vorhaben darf kaum jemanden überraschen. Allerdings mag mancher die zügige Umsetzung so nicht erwartet haben. Aus Sicht der freien Finanzberater ist es deshalb dringend notwendig, die anhaltende Unklarheit über die Auswirkungen der Regulierung zu beseitigen, um langfristig Planungssicherheit für Makler und Vermittler zu schaffen“, fordert Dr. Frank Ulbricht.

Was kommt auf die Vermittler zu und was kostet es?

Ein großes Problem: Es bestehen nach wie vor viele offene Fragen darüber, wie die BaFin-Aufsicht über die freien Finanzanlagenvermittler konkret ausgestaltet sein wird. Ist die freie Finanzberatung künftig nur über den Erwerb einer eigenen Lizenz nach dem Kreditwesengesetz (KWG) möglich? Verschiebt sich womöglich der Erscheinungstermin für die Finanzanlagenvermittlungsverordnung (FinVermV), um diese gleich in das BaFin-Regime zu inkludieren? Oder werden sich angesichts der häufig unterstellten Auslastungsgrenze der BaFin letztendlich doch nicht so viele Änderungen ergeben? Klar scheint vor allem eins zu sein: Die Mehrkosten für den BaFin-Aufsicht gehen wohl schlussendlich deutlich zu Lasten der Vermittler. „Da die BaFin umlagefinanziert ist, werden die Kosten über Gebühren und Umlagen auf die Beaufsichtigten umgelegt“, ließ die Bundesregierung verlauten. Die damit verbundene finanzielle Mehrbelastung der Vermittler lässt den Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute einen masseweise Schwund in der Vermittlerschaft befürchten. (finanzwelt berichtete).

Auch Dr. Frank Ulbricht äußert erhebliche Zweifel, ob die Bundesregierung mit der Übertragung der Aufsicht auf die BaFin nicht eine äußerst widersprüchliche Politik betreibt. „Die Bundesregierung muss sich fragen lassen, inwieweit die Förderung von Vermögensbildung und privater Altersvorsorge nicht im Widerspruch zur möglichen weiteren Konsolidierung der freien Finanzdienstleister steht“, wirft der BCA-Vorstand in den Raum. Sein Unternehmen ist auf die neuen regulatorischen Anforderungen bereits vorbereitet: „Wir haben uns intensiv darauf vorbereitet, unseren angeschlossenen freien Finanzberatern sowie jenen, die es werden wollen, als Partner zur Seite zu stehen, ganz gleich, welchen regulatorischen Weg sie künftig einschlagen wollen.“ Die BCA AG verfügt mit der Bank für Vermögen AG (BfV) über ein eigenes Haftungsdach, das alle Auflagen erfüllt. Somit kann den freien Finanzdienstleistern schon heute Planungssicherheit geboten werden und es wird auch unter einem näher rückendem BaFin-Regime die barrierefreie Berufsausübung ermöglicht. Diejenigen, die eine eigene Erlaubnis gegen Entgelt und Auflagen anstreben, können ebenfalls auf die bewährten Dienstleistungen und Abwicklungsprozesse der BCA AG vertrauen.

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