2020: Keine Rezession in Sicht

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Aufatmen zuletzt in der deutschen Wirtschaft: Die Bundesrepublik ist knapp an einer technischen Rezession vorbeigeschrammt. Auch im kommenden Jahr ist mit keinem Abschwung zu rechnen, sowohl weltweit als auch in Deutschland. Die Inflation dürfte sich auf beiden Seiten des Atlantiks sehr unterschiedlich entwickeln.

Wie wird sich die Wirtschaft weltweit im kommenden Jahr entwickeln? Um diese Frage ging es gut sechs Wochen vor dem Jahresende in einem Pressegespräch bei der DZ Bank in Frankfurt. Hierbei stellten Chefvolkswirt Stefan Bielmeier und Chefanlagestratege Christian Kahler ihre Prognose für das kommende Jahr vor und zeigten sich dabei verhalten optimistisch. So dürfte die globale Konjunktur zwar an Schwung verlieren, doch die Sorgen vor einer Rezession halten die Experten der DZ Bank für überzogen. Stattdessen gehen sie von einem globalen Wirtschaftswachstum von 2,9 % aus. Im Sommer rechnen sie sogar mit einem leichten Aufschwung. Als positive Signale bewerten sie dass einerseits der Brexit aufgeschoben wurde, andererseits, dass es im Handelskonflikt zwischen den USA und China nach einer Einigung aussieht. Gerade wegen der im nächsten Jahr anstehenden US-Präsidentschaftswahlen sieht Stefan Bielmeier gute Chancen für eine Einigung: „Trump braucht Ergebnisse“, so die Meinung des Chefvolkswirts. Trotz einer möglichen Einigung dürfte der Handelskonflikt in beiden Ländern Spuren hinterlassen. So wird für China ein Wirtschafswachstum von „nur“ 5,9 % vorausgesagt, was deutlich von den Wachstumsraten der vergangenen Jahre entfernt liegt. In den USA dürfte das Wirtschafswachstum um 0,6 Prozentpunkte auf 2,3 % sinken. Vor allem auf den Industriebetrieben lasten die Folgen des Handelsstreits, denn die negativen Zolleffekte werden vor allem von den Importeuren getragen und nicht an die Konsumenten weitergegeben.

Auch wenn die EU weiterhin mit außenwirtschaftlichen Herausforderungen zu kämpfen haben wird, geht die DZ Bank in ihrer Prognose von einem Wirtschaftswachstum von 1,2 % aus, was 0,7 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert liegen würde. Der schwache Exportsektor wird dabei durch die stabile Binnennachfrage ausgeglichen, die wiederum von einem robusten Arbeitsmarkt sowie anziehenden Löhnen gestützt wird. Zudem wird die Investitionstätigkeit durch den weiterhin anhaltenden Bauboom stabilisiert.

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