Zinsen – Wie lange hält der Negativtrend noch an?

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Guido vom Schemm, Geschäftsführer GVS Financial Solutions GmbH / Foto: © GVS

Auch wenn die historisch niedrigen Zinsen nicht zum erhofften wirtschaftlichen Aufschwung führen, ist in nächster Zeit keine Zinserhöhung zu erwarten. Grund ist die hohe Staatsverschuldung.

Kolumne von Guido vom Schemm, Geschäftsführer GVS Financial Solutions GmbH

Wir leben in einer Zeit historisch niedriger Zinsen. Seit Jahrzehnten fallen die Zinsen immer tiefer. Immer mehr Banken führen schon Negativzinsen auf Konten ein, so dass ihre Kunden für das „Lagern“ von Geld zahlen müssen. Dies war vor einigen Jahren noch undenkbar. Zahlreiche Sparer stellen sich die Fragen, wie lange dieser Negativtrend noch anhalten wird. Was waren das noch für Zeiten, als Tagesgeldkonten 3 oder gar 4 Prozent Zinsen im Jahr brachten. Durch das anhaltende Niedrigzinsumfeld sind wir jetzt an dem Punkt angelegt, dass Anleger keine Zinsen mehr erhalten und sogar noch eine „Verwahrgebühr“ zahlen müssen. Seit der Finanzkrise 2008 haben die Zentralbanken der wichtigsten Industrienationen die Zinsen kontinuierlich gesenkt. Dadurch sollte die Wirtschaft angekurbelt und die Zinslast für Unternehmen sowie Staaten auf ein erträgliches Niveau reduziert werden. Die europäische Zentralbank senkte die Leitzinsen von 4,25 Prozent auf aktuell 0,05 Prozent. Nach diesem bisher größten Experiment der Geldgeschichte müsste die Wirtschaft und Kreditvergabe eigentlich boomen, da die Zentralbanken quasi kostenlose Kredite gewähren. Doch die Wachstumsdynamik und die positiven Effekte dieser Niedrigzinspolitik sind in der Euro-Zone viel schwächer als angenommen.