Ziehen und Schieben: Der Weg zu mehr Innovationskultur

Jochen Schenk, Vorstandsvorsitzender der Real I.S. AG / Foto: © Real I.S.

Die vielen Gespräche auf der Expo Real oder die Ausblicke zum Jahreswechsel sind noch gar nicht lange her. Der Tenor damals: Wie lange kann der Aufschwung an den Immobilienmärkten noch weitergehen? Nichts deutete unmittelbar auf eine Trendwende hin, woher auch? Drei Monate später wissen wir, was damals niemand ahnen konnte: Eine globale Viruspandemie wird zum Konjunkturkiller. Für die Immobilien-Asset-Manager zeigt sich jetzt, wer die goldenen Jahre genutzt hat, um sich aufzustellen – selbst für völlig unerwartete Krisen. Damit sind keineswegs nur die Bilanz und das Portfolio gemeint.

Vielmehr bot sich in den vergangenen Jahren die Gelegenheit, das eigene Geschäftsmodell und die Unternehmenskultur zu überdenken und an ein sich langfristig veränderndes Umfeld anzupassen. Auslöser dieser Veränderungen sind fundamentale gesellschaftliche und technologische Megatrends. Sie werden die gegenwärtige Coronakrise überdauern und danach wieder an Aktualität gewinnen. Dann haben – branchenübergreifend – diejenigen Marktakteure einen Wettbewerbsvorteil, die diesen Wandel schon lange vor der Krise eingeleitet haben.

In Zukunft wird es nicht mehr reichen, den Herausforderungen einer Welt im Wandel mit den Strukturen einer Organisationskultur zu begegnen, wie sie die Industriekonzerne des 19. und 20. Jahrhunderts durchaus erfolgreich geprägt haben. In vielen anderen Branchen ist der Transformationsdruck durch neue Wettbewerber mit frischen Ideen und schlanken Strukturen oder durch ein sich rapide veränderndes Kundenverhalten schon wesentlich stärker als in der Immobilienwirtschaft, die sich in den vergangenen Jahren wie in einer Art Komfortblase fühlte. Doch ungeachtet dessen, ob diese Komfortblase nun platzt oder nicht: Wenn der Veränderungsdruck bislang zu schwach war, dann muss der Wandel aus intrinsischen Motiven angestoßen werden.

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