Wo sich Wohnimmobilien noch lohnen

Andre Schmöller, Chief Investment Officer der Domicil Real Estate AG / Foto: © Domicil Real Estate AG

Gerade in diesen Zeiten, mit einer immer stärkeren Regulierung des Immobilienmarkts sowie der Unsicherheiten durch das Coronavirus, stellen sich potenzielle Investoren angesichts ohnehin hoher Preise vermehrt die Fragen „Wo lohnen sich Immobilienankäufe noch?“ und „Soll ich noch in A-Städten investieren oder lieber in Speckgürteln oder sogar in C-Lagen?“. Eine erste gute Orientierung kann der aktuelle Wohnatlas 2019 der Postbank AG geben. Gemeinsam mit dem Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) geht sie in der Studie der Frage nach, wo Immobilien in Deutschland bis 2030 an Wert gewinnen beziehungsweise verlieren werden. Ergebnis: Vor allem in Ballungsräumen und den angrenzenden Gebieten (Speckgürtel) werden die Preise für Immobilien stetig weiter ansteigen. Immobilienbesitzer können aber auch in gefragten ländlichen Regionen davon ausgehen, dass ihr Eigenheim an Wert gewinnt, wichtig ist die Wirtschaftsstärke der Umgebung. Eine Investition oder ein Kauf lohnt sich aber vor allem trotz der prognostizierten steigenden Preise, weil die Zinsen für die Finanzierung so niedrig sind – vorausgesetzt man findet das richtige Objekt.

Immobilienkauf muss kalkulierbar bleiben

Doch gerade hier sollten interessierte Käufer berücksichtigen, dass selbst bei Niedrigzinsen die Kreditraten zum Einkommen passen müssen. Wenn beispielsweise in München Preise von derzeit um die 9.500 bis 10.000 Euro pro Quadratmeter bei einer durchschnittlichen Lage aufgerufen werden, dann sind Immobilienkäufer schon mit einer 100-Quadratmeter-Wohnung im Finanzierungsbereich von einer Million Euro. Und da stellt sich dann die Frage, wer kann das langfristig und sicher mit seinem Einkommen stemmen? Zwar lohnt sich selbst der Kauf in München noch – dank niedriger Zinsen und Wertsteigerung –, aber es muss finanzierbar sein. Hinzu kommt, dass viele Banken inzwischen zurückhaltender sind, wenn es um den Finanzierungsrahmen geht. Entsprechendes Eigenkapital sowie Einkommen werden heutzutage vorausgesetzt, die Zeiten der 100-Prozent-Finanzierung und mehr sind erstmal vorbei.

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