“Wir geben Maklern einen Informationsvorteil”

Oliver Oster, COO, (li.) und Marcus Börner, CEO von OptioPay (re.) / Foto: © OptioPay

Die Digitalisierung wirbelt die Finanzdienstleistungsbranche gehörig durcheinander. So ist für den Abschluss von Finanzprodukten heute längst nicht mehr der Gang zum Berater, sondern nur noch zum Computer erforderlich, Stichwort Vergleichsportale. Das Geschäftsmodell des Berliner Start-ups OptioPay zielt darauf ab, dass Makler angesichts dieser Konkurrenz nicht den Draht zu ihren digitalaffinen Kunden verlieren. Wie genau das funktioniert, erklären Oliver Oster (COO) und Marcus Börner (CEO) von OptioPay im Interview mit finanzwelt.

finanzwelt: Sie gehören mit OptioPay mittlerweile zu den etablierteren Start-ups der Finanzszene. Können Sie OptioPay unseren Lesern kurz vorstellen?

Marcus Börner: OptioPay ist ein auf Open Banking und Auszahlungen spezialisierter Finanztechnologie-Dienstleister für kundenzentrierten Mehrwert. Wir betreiben die Open Banking Software OptioBanking und eine Auszahlungsplattform als White-Label-Lösung für Unternehmen aus unterschiedlichen Industrien. Im Zuge der neuen Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 haben wir unsere Auszahlungsplattform rund um Gutscheine nun mit OptioBanking erweitert, um Kunden auch personalisierte Spar- und Finanzempfehlungen auf Basis hinterlegter Bankdaten anbieten zu können. Heute, nachdem mein Schulfreund Marcus Börner und ich OptioPay im Jahr 2014 gründeten, arbeiten wir mit vielen Größen der Versicherungs- und Finanzbranche, beschäftigen ca. 50 Mitarbeiter aus 24 Nationen und blicken auf fünf Jahre Erfahrung im Bereich Open Banking und mehrwertstiftende Finanztechnologie zurück.

finanzwelt: Neben der Auszahlungslösung bieten Sie seit PSD2 OptioBanking an. Was sind die Vorteile dieser Lösung für Unternehmenskunden?

Börner: Wir betreiben die Open Banking Plattform OptioBanking als White-Label-Lösung für unsere Unternehmenskunden. Lassen Sie mich das Prinzip am Beispiel von Versicherungen erklären: Die Versicherungskunden teilen mit ausdrücklicher Einwilligung ihre Bankdaten mit der Versicherung, um auf Basis technologischer Analysen der Ausgaben- und Einnahmen personalisierte Empfehlungen zu erhalten. Versicherungen profitieren in Folge von neuen Umsatzkanälen, Kundendaten, höherer Kundenzufriedenheit und -bindung und Endkunden erfreuen sich an tatsächlichem Mehrwert. Versicherungen realisieren also dank des Banking-Tools die Chancen der neuen PSD2-Verordnung. Konkret sieht das so aus: Erkennt die Technologie z. B., dass eine Nutzerin zum ersten Mal Kindergeld erhält, wird sie auf konkrete Steuererleichterungen für Familien, Kinderunfallversicherungen und andere relevante Angebote und Services hingewiesen. Wenn ein Nutzer häufig bei einem Händler einkauft, erhält er Zugriff auf Mehrwert-Gutscheine bei diesem oder ähnlichen Händlern etc. Außerdem können für Versicherungen in Folge der Datenfreigabe durch den Kunden datengetriebene Kundenprofile erstellt werden, um präzises Marketing auszustrahlen sowie eigene Produkte und Services (in Form von Cross/Up-Selling) zur richtigen Zeit dem richtigen Kunden anzubieten. Das wissen unsere Kunden zu schätzen. Größen wie die DZ Bank oder Fonds Finanz haben OptioBanking bereits vollständig integriert. Zusätzlich zählen die Sparkasse, Commerzbank, Hess. Landesbank, HDI, AXA, Deutsche Post zu den Top100 Unternehmenskunden.

finanzwelt: PSD2 ermöglicht Drittanbietern also Zugriff auf die Bankdaten der Endkunden. Was sind die Konsequenzen für den Markt und vor allem für die Kunden?

Börner: Das ist richtig. Anfang 2018 hat die EU in Form von PSD II (neue Zahlungsdiensterichtlinie) festgelegt, dass Banken Schnittstellen (APIs) öffnen, die Drittanbietern (TTPs) Zugriff auf Bankdaten gewähren. Banken mussten diese Regulierung bis spätestens September 2019 umsetzen. Als Folge zeichnet sich ein Wettrennen um die neu geschaffene, datengetriebene Kundenschnittstelle ab. Denn ein erheblicher Wettbewerbsvorteil ist unstrittig gegeben wenn Zugriff auf die Bankdaten erlangt wird. Dabei entsteht ein neues Ökosystem aus Banken, Drittanbietern und Endverbrauchern. Das ist Open Banking. Steigender Wettbewerb, Förderung von Innovation, sicherer Zahlungsverkehr und Mehrwerte für Kunden sind die Ziele dieser neuen Plattformökonomie.

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