Willkommen im (Un-) Ruhestand

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Pflegeheime sehen sich einer deutlich gewachsenen Nachfrage gegenüber, die sie nach aktuellem Stand nicht stemmen können. Doch der Markt bietet auch eher ungewöhnliche Alternativen.

Derzeit gibt es in Deutschland rund 13.600 Pflegeheime, in denen etwa 900.000 pflegebedürftige Menschen versorgt werden. Das geht aus dem Pflegeheim-Atlas Deutschland 2018 von Wüest Partner hervor. Laut der Untersuchung dürfte die Nachfrage nach Pflegedienstleistungen in den nächsten Jahren einen deutlichen Sprung nach vorn machen und zwischen 2020 und 2060 ihren Höhepunkt erreichen, denn in diesen Jahren werden die Menschen, die während der geburtenstarken Jahrgänge in den 1960er Jahren geboren wurden, in ein Alter kommen, in dem ihnen vermehrt Pflegebedürftigkeit droht. Die Pflegeheime müssen dann wohl ihre Kapazität deutlich ausbauen. So liegt die durchschnittliche Auslastung der Pflegeheime laut Pflegeheim-Atlas bereits jetzt nahe der 90 %-Marke. Um auf steigende Nachfrage zur reagieren, müssen laut Sandro Pawils bis zum Jahr 2030 320.000 zusätzliche Pflegeplätze entstehen. Der Vorstand der WirtschaftsHaus Gruppe sieht in der wachsenden Zahl Pflegebedürftiger aber auch eine große Chance für Kapitalanleger. „Dazu ein Revitalisierungsbedarf von über sechs Mrd. Euro bei den bestehenden Pflegeeinrichtungen. Das ist ohne privates Kapital kaum zu stemmen.“ Die Herausforderungen, denen sich die Pflegebranche in den nächsten Jahren gegenüber sieht, sind aber nicht nur finanzieller Natur. „Daneben ist die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern die größte Herausforderung. Das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz allein wird nicht zur Behebung des Fachkräftemangels führen. Daher werden schon bei der Standortwahl und Konzeption unserer Pflegeimmobilien die Belange der zukünftigen Mitarbeiter bestmöglich berücksichtigt, um Fachkräfte später überzeugen zu können“, so Sandro Pawils.

Auch im Alter nicht alleine

Beim Begriff „Wohngemeinschaft“ denken die meisten wohl an Menschen in den 20igern, vor allem Studenten. Doch auch für ältere Menschen bietet sich die Möglichkeit des gemeinsamen Wohnens unter einem Dach an. Die Gründe sind dafür ähnlich wie bei den jüngeren WG-Bewohnern: Man möchte nicht alleine sein. So bietet eine Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz, Behinderung oder Pflegedarf eine alltags- und wohnortnahe Versorgung in kleinen Gemeinschaften und eröffnet zugleich Anlegern eine neue Investitionsmöglichkeit. Bislang haben vor allem Stiftungen und Family Offices diese Assetklasse für sich entdeckt. Da ähnlich wie bei „klassischen“ Pflegeimmobilien auch bei Demenz-WGs eine kleinteilige Investition möglich ist, stehen diese aber auch Kleininvestoren offen. Für Jens R. Rautenberg verbindet eine Investition in eine Demenz-WG die Vorteile der Pflegeimmobilie mit der der Wohnimmobilie. „Demenz-WGs sind für Anleger eine attraktive Alternative zum Investment in eine Pflegeimmobilie. Dabei wird das Betreiberrisiko einer klassischen Pflegeimmobilie reduziert und es bestehen i. d. R. gute Drittverwendungsmöglichkeiten, etwa als altengerechte Wohnungen. Diese Merkmale, die zentrale Lage sowie die Vorteile eines modernen Neubaus, machen das Investment in eine Demenz-WG risikoaverser als bei klassischen Pflegeimmobilien. Diese Assetklasse vereint die Sicherheit eines Wohninvestments mit der höheren Rendite eines Pflegeinvestments“, erklärt der Geschäftsführer von Conversio | Wahre Werte. So können Anleger bei Demenz-WGs Renditen von ca. 4 % erzielen und damit mehr als bei Wohnimmobilieninvestitionen in vielen A-Städten.

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