Wie lange für Wohneigentum arbeiten?

Wie viele Jahreseinkommen sind nötig, um in die eigenen Vier Wände einziehen zu können? / Foto: © industrieblick - fotolia.com

Besonders an den nördlichen und südlichen Rändern Deutschlands sind die Immobilienpreise sehr hoch im Vergleich mit den Einkommen. In der mittleren Regionen kann dagegen mit deutlich weniger Jahreseinkommen der Traum von Wohneigentum verwirklicht werden.

Die Immobilienpreise steigen stärker als die Einkommen. Das ist die wesentliche Erkenntnis der Postbank Studie Wohnatlas 2017, bei der die Immobilienmärkte in der Bundesrepublik unter die Lupe genommen wurden. Dabei wurden die regionalen Immobilienpreise und örtlichen Nettoeinkommen zueinander in Relation gesetzt. Das verfügbare Pro-Kopf-Jahreseinkommen ergibt sich aus der Summe verfügbarer Nettoeinkommen der privaten Haushalte einer Stadt dividiert durch ihre Bevölkerungszahl. Die Untersuchung, die die Immobilienmärkte in den 402 Landkreisen kreisfreien Städten miteinander vergleicht, zeigt allerdings auch, dass deutliche regionale Unterschiede bestehen. So steht, für viele sicherlich überraschend, nicht München, sondern der Landkreis Nordfriesland an der Spitze der Rangliste. So müssen die Einwohner des nördlichsten Landkreises Deutschlands im Schnitt mehr als 23 regionale Pro-Kopf-Jahreseinkommen für 100 m² Wohnfläche auf den Tisch legen. Hierbei ist jedoch zu beachten dass es in diesem Landkreis relativ viele exklusive Ferienwohnungen gibt, vor allem auf Sylt, wodurch der Durchschnittspreis deutlich in die Höhe getrieben wird. Die bayerische Landeshauptstadt folgt mit 21 Einkommen auf Rang 2. Auch in Freiburg (18,1 Einkommen), im Landkreis Miesbach (17,6), in Hamburg (15,9) und in Berlin (15,8) sind die Immobilienpreise in Relation zum Einkommen sehr hoch.

Am unteren Ende der Skala steht der ehemalige Landkreis Osterode am Harz, der seit 1. November zum Landkreis Göttingen gehört. Hier waren gerade einmal 2,8 regionale Jahreseinkommen für den Kauf einer 100-m²-Wohnung fällig. Ohnehin sind die Mittelgebirgsregionen in der Mitte Deutschlands eher günstig, denn auch der Vogtlandkreis (3,1), der Kreis Wunsiedel im Fichtelgebirge und der Kyffhäuserkreis (jeweils 3,3) gehören zu den relativ günstigen Regionen. Die günstigsten Städte sind die ebenfalls in dieser Region gelegenen Zwickau und Goslar, wo für 100 m² Wohneigentum 3,6 Jahresnettoeinkommen zu zahlen sind.

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