Wie Finanzdienstleister die finanzielle Gesundheit ihrer KundInnen steigern

Maria Meermeier, Director Banking, Financial Services & Insurance bei diffferent / Foto: © different

Madame Moneypenny, Hermoney, N26, Tomorrow und Co. – in den letzten Jahren haben eine ganze Reihe von Anbietern finanzielle Befähigung erfolgreich zum substanziellen Bestandteil ihres Angebots gemacht. Dabei fällt auf: Sowohl freie BeraterInnen als auch Neobanken richten ihre Auftritte in Sprache und Inhalt primär an eine junge, gebildete, finanzbewusste und potenziell einkommensstarke Zielgruppe.  Aber was ist mit dem großen Rest? Wie erreichen Banken und Finanzdienstleiter mit angepassten Angeboten und Services die breite Masse?

Es steht außer Frage, dass auch Menschen, die keine Digital Natives sind, die geringe und durchschnittliche Gehälter erzielen und nicht zur Bildungselite gehören, grundsätzlich ein Interesse daran haben, Rücklagen zu bilden und sie zu vermehren. Gerade sie sind in Hinblick auf geringe Renten sogar in besonderem Maße darauf angewiesen.

Um es Menschen zu ermöglichen, finanzielle Entscheidungen bewusst und selbstsicher zu treffen, stehen etablierte Anbieter aus dem Banking- und Finanzsektor, aber auch Neobanken und freie FinanzberaterInnen, vor der Aufgabe, Komplexität zu reduzieren, Sachverhalte einzuordnen und die Angst vor schwerwiegenden finanziellen Entscheidungen zu nehmen.

Wissen durch mehrstufige (Online-)Angebote zugänglich machen

Der Blick auf die Informationsangebote etablierter Finanzdienstleister zeigt: Es gibt zu wenige Services für Laien. Bei diesen fehlt außerdem die konsequente Verzahnung zwischen informativen Inhalten und konkreten Angeboten. Wer KundInnen zu selbstbewussten finanziellen Entscheidungen befähigen will, sollte sie auf mindestens drei Ebenen abholen:

Die eigene finanzielle Lage einordnen: Ein guter Startpunkt sind Tools, die eine schnelle, unkomplizierte Übersicht über die eigene Finanz- und Vorsorgesituation bieten. Einige Anbieter haben in ihren Apps die Möglichkeit integriert, Ausgaben nach Konsumbereichen einzuteilen. Sie schaffen damit einen einfachen Überblick über bestehende Kostenblöcke und helfen, Sparpotenziale zu identifizieren.

Finanzwissen aufbauen: Öffentlich zugängliche, kostenfreie Online-Wissensformate dienen dem Wissensaufbau. Dabei lernen KundInnen beispielsweise in kurzen Einheiten, Investitionsmöglichkeiten zu verstehen. Die Aufteilung in verschiedene Kapitel bietet sich generell an, weil sie Menschen verschiedene Einstiegspunkte bietet.

Anlageentscheidungen befähigen: Konkrete Sparziele motivieren dazu, Geld zurückzulegen, um es dann anzulegen. Unterkonten eigenen sich beispielsweise, um auf niedrigschwellige Art Geld für bestimmte Vorhaben zu sparen und die Zielerreichung zu visualisieren. Die gefühlte Sicherheit der KundInnen bezüglich der Wahl der Anlagemethode kann durch Angebote wie sogenannte Anlageassistenten erhöht werden. Sie zeigen auf einen Blick, welche Risiken mit einem Investment verbunden sind, wie sich die Fonds zusammensetzen etc.

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