Wachstum ist möglich, wenn das Kauferlebnis stimmt

Gerald Feig, Geschäftsführer FLEX Fonds Capital GmbH / Foto: © FLEX Fonds

Für die meisten Filialisten in Deutschland dürfte 2019 ein schwieriges Jahr werden. Dagegen bieten sich gerade für Nahversorger gute Wachstumschancen, ist Gerald Feig, Geschäftsführer Flex Fonds Capital GmbH, überzeugt.

Im vergangenen Jahr brachen laut CBRE die Investitionen in Einzelhandelsimmobilien gegenüber 2017 um beinahe 25 Prozent ein. Insbesondere bei Shopping-Centern hielten sich die Investoren zurück. Und nun hat auch noch OECD die Wachstumsprognosen für Deutschland um mehr als die Hälfte auf 0,7 Prozent gekappt. Man könnte meinen, es sieht düster aus; birgt eine nachlassende Wirtschaftsdynamik doch stets das Risiko, dass die Kauflust der Deutschen abnimmt.

Das gilt allerdings nicht für alle Einzelhändler gleichermaßen. Wo Luxuslabels, Modeläden und die Unterhaltungsbranche darben, gibt es eines, worauf zahlreiche Menschen auch in Zeiten des wirtschaftlichen Abschwungs nicht verzichten können und wollen: das Einkaufen von qualitativ hochwertigen Lebensmitteln, idealer Weise aus regionalem Anbau.

Das Lebensmittelsegment ist zwar tendenziell auch von wirtschaftlichen Schwankungen betroffen, die Volatilität ist jedoch insgesamt eine der geringsten innerhalb aller Einzelhandelsbranchen. Zudem ist sie deutlich weniger anfällig für Abwanderungsbewegungen in Richtung Online-Handel, als es beispielsweise bei den Textilhändlern oder im Segment der Unterhaltungselektronik der Fall ist.

Der Einkauf als soziale Funktion

Auch wenn die Wirtschaft korrigiert und abkühlt, der Lebensmitteleinzelhandel bleibt selbst in stürmischer Umgebung ein sicheres und profitables Investment. Voraussetzung hierfür ist aber, dass dem Kunden beim Einkaufen ein hochwertiges Umfeld geboten wird. Aus diesem Grund sind inzwischen auch die Discounter dazu übergegangen, für eine hochwertigere Beleuchtung zu sorgen, die Gänge zu verbreitern und beim Materialeinsatz auf nachwachsende Rohstoffe zu setzen.

Genauso lässt sich beobachten, dass das bewusste Einkaufen eine immer wichtigere Rolle spielt. „Bio“ und „Premium“ prägen die Regale der Supermärkte; die kaum mehr überschaubare Zahl an Bio- und Qualitätssiegeln ist ein plakativer Beweis dafür. Und auch der preisbewusste deutsche Otto Normalverbraucher ist durchaus bereit, für das „besonders Gute“ einen Aufpreis hinzulegen – nicht umsonst heißt es hierzulande: „Qualität hat ihren Preis“. Aus Kunden, die neben dem Üblichen nicht auch etwas Spezielles, Überraschendes oder Außergewöhnliches geboten bekommen, werden keine Stammkäufer. Werden jedoch genau diese Voraussetzungen erfüllt, deckt der Einkauf eine grundlegende soziale – und damit krisensichere – Funktion ab.

Wie die moderne Nahversorung funktioniert und wie sich Einzelhandelsimmobilien als Investmentprodukt eignen, lesen Sie auf Seite 2