Vermögensaufbau mit Sozialwohnungen?

Thomas Meyer, Vorstand, WERTGRUND Immobilien AG / Foto: © WERTGRUND

Günstiger Wohnraum ist hierzulande ein Dauerdilemma. Im freifinanzierten Neubau wird – unter anderem aufgrund der steigenden Grundstücks- und Baukosten – eher auf zahlungskräftige künftige Mieter- oder Käuferschichten gesetzt. Perspektivisch wird so schon das Angebot im mittelpreisigen Segment immer weiter ausgedünnt.

Für Mieter mit geringem Budget wird es noch enger. Zwar gibt es Instrumente wie den sozialen Wohnungsbau. Aber: Dem Bundesbauministerium zufolge müssten etwa 80.000 Sozialwohnungen pro Jahr neu geschaffen werden. Die Zahlen zeigen jedoch, dass das genaue Gegenteil der Fall ist. Während zur Jahrtausendwende deutschlandweit noch 2,6 Millionen geförderte Wohneinheiten existierten, waren es zum Jahreswechsel 2018/2019 nur noch rund 1,2 Millionen. Sozialwohnungen sind also ein knapper werdendes Gut.

Nicht nur die Politik hat dies mittlerweile als wichtige gesellschaftliche Aufgabe erkannt. Sozial geförderte Wohnbauprojekte sind ebenso als Kapitalanlage beziehungsweise als Fondsprodukt für institutionelle wie auch private Investoren zunehmend attraktiv. Kritiker konstatieren zwar, dass die Mieten und somit der Kapitalrückfluss gering sind. Die Fürsprecher sehen aber die Vorteile überwiegen: Durch die Bindung des Mietpreises unterhalb des Marktniveaus – und Wartezeiten von aktuell mehreren Jahren für Antragssteller, bis sie eine Sozialwohnung beziehen können – besteht bei sozial geförderten Objekten praktisch kein Leerstandsrisiko. Auch sind die Ankaufskosten durch die niedrigeren Quadratmeterpreise im Vergleich zur frei finanzierten Immobilie weitaus geringer. Und wenn die Preisbindung ausläuft, wächst das Potenzial für steigende Mietpreise und somit auch Immobilienwerte sprunghaft.

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