Unterschiedliche Einflüsse

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Weil Gold eine hohe immaterielle Bedeutung hat, ist dessen Preis sehr stark von der Weltlage abhängig – und beeinflusst zugleich seinen „kleinen Bruder“ Silber. Bei anderen Edelmetallen unterliegt die Preisentwicklung dagegen anderen Faktoren.

Zum Jahreswechsel stieß man immer wieder auf diesen Vergleich: Da am 1. Januar die 20er Jahre des 21. Jahrhunderts begonnen haben, wird gerne von den „Goldenen Zwanzi-gern“ gesprochen – und dabei völlig außer Acht gelassen, dass die ursprünglichen „Goldenen Zwanziger“ erst im Jahr 1924 begannen und mit dem Börsencrash in New York im Jahr 1929 und der anschließenden Weltwirtschaftskrise zudem sehr jäh und unschön endeten. Auch angesichts der politisch sehr instabilen Verhältnisse in Deutschland (es gab während der fünf Jahre neun unterschiedliche Regierungen) kann sich wohl niemand ernsthaft eine Wiederholung dieser Zeit wünschen. Wirklich „golden“ können die nun an-gebrochenen 20er Jahre aber werden – im wahrsten Sinne des Wortes: Laut einer Auswertung von „kryptoszene.de“ lagen in den ersten beiden Monaten des neuen Jahres die Google-Suchanfragen nach dem Begriff „Gold Investment“ um 97 % höher als im Vorjahr. Nicht einmal in der Finanzkrise 2008/2009 war ein solcher rasanter Anstieg zu verzeichnen. Auch wenn sicherlich nicht hinter jeder Suchanfrage eine ernsthafte Investitionsabsicht steht, zeigen die Zahlen doch, dass das gelbe Edelmetall seinem Ruf wieder alle Ehre macht. „Gold ist weltweit die beliebteste Krisenwährung und gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten stark nachgefragt“, erläutert Herbert Behr, CEO der Golden Gates AG. Ein großer Unsicherheitsfaktor für die Weltwirtschaft kommt derzeit aus China und trägt den medizinischen Namen „Covid-19“, besser bekannt als „Coronavirus“. Wie groß die ökonomischen Auswirkungen der Epidemie schlussendlich sein werden, ist derzeit noch nicht abzusehen. Sehr wahrscheinlich ist hingegen, dass der Goldpreis durch die Unsicherheit steigen dürfte. So erreichte dieser Ende Februar den höchsten Stand seit sieben Jahren und aufgrund der günstigen Euro/Dollar-Entwicklung sogar ein neues Allzeithoch in Euro.

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