Unter welchen Bedingungen sollte man in Bitcoin investieren?

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20.000 US-Dollar, so viel war ein Bitcoin im Dezember 2017 wert. Dabei lag der erste Wechselkurs der Kryptowährung im Jahr 2009 bei gerade mal 0,08 Cent. Für einen Dollar hätte man zu diesem Zeitpunkt in etwa 1.310 Bitcoins kaufen können.

Mit wachsender öffentlicher Aufmerksamkeit stieg auch der Wert von Bitcoin ab 2012 rasant in die Höhe. Erfolgsstorys von Anlegern, die mehr zum Vergnügen als aus echter Gewinnorientierung geringe Summen in die moderne Währung investierten und auf einmal reich wurden, brachten weitere Sympathisanten auf den Plan. Das schnelle Geld machen mit einer neuen digitalen Währung? Das klingt verlockend. Nicht zuletzt waren die großen finanziellen Gewinne durch Bitcoin für einige Anleger möglich, da die Währung großen Schwankungen unterliegt. Nur zwei Monate nach dem Rekordhoch erlitt Bitcoin einen Wertverlust von 65 Prozent. Eignet sich die Cyberdevise also überhaupt als Anlage?

Der Wert von Bitcoin hängt von seiner Nachfrage ab – je mehr Käufer, desto höher der Preis. Im Gegensatz zum Rohstoff Gold ist die Kryptowährung jedoch kein Vermögensgegenstand mit physischem Wert und ist somit nicht vor einem kompletten Wertverlust geschützt.

Erst der Anfang oder doch schon das Ende?

Auch Finanzexperten sind sich uneinig. Nachdem Bitcoin 2017 „Mainstream“ wurde, geht das Marktforschungsinstitut TABB davon aus, dass es in diesem Jahr institutionell wird und große, etablierte Anleger in den Bitcoin-Markt einsteigen. Das könnte einen weiteren Aufschwung für die Cyberdevise bedeuten.

Der Analyst Paul Day hingegen sagte das Bitcoin-Ende schon im März als langsamen Wertverlust voraus. Dafür sprechen zum Beispiel auch neuere Kryptowährungen, die die Mutter der Cyberdevisen, ablösen können. Einen Überblick über weitere Kryptowährungen die Entwicklung von Bitcoin und seinen Preisen bietet die folgende Infografik.

In Bitcoin als Anlage investieren – Ja oder nein?

Wie bei jeder Anlage kommt es hier ganz auf den Zweck an. Als Altersvorsorge scheidet eine kaum kalkulierbare Kryptowährung eindeutig aus. Wie sich die jungen Cyberwährungen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten entwickeln werden ist kaum absehbar – werden sie tatsächlich den Dollar als Staatswährung ersetzen oder bleibt es bei einem von vielen Hypes der digitalen Welt? Als langfristige Anlage sind Kryptowährungen (noch) ungeeignet.

Experimentierfreudige Anleger hingegen, die keine Angst vor Risiko haben und auch finanzielle Verluste durch Fehlinvestitionen verkraften können, könnten mit einer Investition auf dem Bitcoin-Markt ihr Glück versuchen. Die Kursschwankungen können für Investoren mit dem richtigen Timing eine Chance auf ordentliche Gewinne bedeuten.

Autorin: Anne Weißbach