So wird Biogas nachhaltig erzeugt

Die Biogasanlage von UDI in Torgelow / Foto: © UDI

Um Biogas zu erzeugen, wird sowohl Strom als auch Wärme benötigt. Wenn dieser nicht aus Erneuerbaren Energien kommt, ist auch der Strom aus Biogas nicht „grün“. Die UDI-Unternehmensgruppe hat eine Lösung für dieses Problem gefunden.

Die Energieerzeugung mit Biogas bietet zahlreiche Vorteile: So ist diese Energiequelle unabhängig von Wind- und Sonneneinstrahlung und das Gas kann ganz einfach gespeichert werden. Einziges Manko: Um die Biomasse zu Gas umzuwandeln, ist Strom und Wärme nötig. Dass diese auch aus erneuerbaren Quellen stammen können, zeigt das Beispiel der UDI-Biomethananlage Torgelow im Nordosten Mecklenburg-Vorpommerns. So wurde kürzlich eine Solaranlage in Betrieb genommen, die den Strom für die Biogasanlage erzeugt. Die Anlage besteht aus 1.944 Solarmodulen, die Wechselstrom erzeugen, der in den Stromkreislauf der Biogasanlage eingespeist wird. „Die Solaranlage ist so konzipiert, dass sie bis zu 100 % Strom für die Biogaserzeugung und –aufbereitung liefert. Das spart uns im Jahresdurchschnitt etwa 18 % des Zukaufs von Strom“, stellt Harald Felker fest. Dies sei nicht wenig, denn der Stromkauf selbst stelle die zweithöchste Kostenposition bei der Biogaserzeugung nach dem Einkauf von Substraten dar. „Während die Strompreise ständig steigen, fallen die Erzeugungspreise für Solarstrom. Inzwischen ist es nicht nur ökologische sondern auch wirtschaftlich sinnvoll, eine Photovoltaikanlage für die Biogaserzeugung zu installieren“, so der Geschäftsführer der UDI Bioenergie GmbH, die die Anlage betreibt und entwickelt hat.

Da bereits seit längerem eine Holzhackschnitzelanlage den benötigen Bedarf an Wärmeenergie liefert, wird das Biogas der Anlage vollständig mit Erneuerbaren Energien erzeugt. „Unsere nachhaltige Wärmeversorgung aus Hackschnitzeln hat sich bereits bewährt und bezahlt gemacht. Wir planen sie auch für andere Anlagen“, erklärt Harald Felker.

„Die UDI-Biogasanlage Torgelow zählt zu den modernsten Einspeiseanlagen Deutschlands. Wir erzeugen hier rund 6,2 Millionen Kubikmeter Biomethan im Jahr und speisen direkt ins Erdgasnetz ein. Somit kann ohne den Neubau von Leitungen das erzeugte Biomethan überall aus dem Erdgasnetz entnommen werden, wo es benötigt wird“, so Felker weiter. Umgerechnet auf den Stromverbrauch kann die Anlage rein rechnerisch 15.000 deutsche Durchschnittshaushalte mit sauberem Strom versorgen.

„Biomethan ist ein Multitalent: Es kann über weite Strecken transportiert werden, ist quasi ohne Verluste speicherbar und ersetzt den fossilen Energieträger Erdgas, ohne dass Heizungen, Kraftwerke oder Industrieanlagen umgerüstet werden müssten“, erläuter Felker abschließend die Vorteile des Energieträgers. (ahu)

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