So lebt es sich in einer Stadt der Alten

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Die Menschen werden immer älter und die Geburtenraten bewegen sich weiterhin auf niedrigem Niveau, sodass der Anteil der älteren Menschen an der Bevölkerung immer weiter zunimmt. Welche vielfältigen Auswirkungen das haben wird, hat IMMAC research in einem Szenario ermittelt.

Was vielen Menschen früher nicht vergönnt war, wird bald zum Alltag: Der 65. Geburtstag. So werden laut einer Analyse von IMMAC reserach im Jahr 2030 in Deutschland 100.000 Personen diesen feiern – jeden Monat! Diese Annahme basiert auf der 14. koordinierten Bevölkerungsberechnung des Statistischen Bundesamtes.

Um die Folgen des demografischen Wandels für die Stadt, die Gesellschaft und ihre Versorgung zu ermitteln, hat IMMAC ein Szenario einer fiktiven Stadt entworfen, in der nur 65-jährige leben. In einer solchen Stadt dürfe das innerstädtische Bild deutlich anders aussehen als wir es aktuell kennen. So werden sowohl Büroflächen als auch Großteile der ehemals 1-A-Innenstadtlagen im Erdgeschoss leer stehen. Dies hängt einerseits mit der abnehmenden Erwerbstätigkeit, andererseits mit der voraussichtlich nachlassenden Kaufkraft aufgrund geringer Einkommen im Alter zusammen. Deshalb dürften Bussen und Bahnen ihren Betrieb auch nur schwer aufrechterhalten können. Der 65-jährige Taxifahrer stockt seine Rente zwar mit täglich drei Stunden Arbeit auf, jedoch kann er vermutlich damit die Nachfrage nicht decken. Auch der 65-jährige Arzt tritt kürzer und wird keinen Vollzeitjob mehr ausüben.

Hoher Bedarf an Pflegeheimen

Aktuell liegt die vollstationäre Pflegequote bei 4,27 %. In einer Stadt mit 100.000 Einwohnern werden als statistisch 4.270 Personen in einem Pflegeheim versorgt. Wenn jedes Heim im Schnitt über 80 Plätze verfügt, müssen in dieser Stadt also 53 Pflegeheime zur Verfügung stehen. Dies dürften dann auch die einzigen Immobilien sein, die nicht leer stehen werden. Die Pflegebedürftigen werden dabei von Robotern und Pflegekräften gepflegt, die täglich in die Stadt pendeln.

Auch wenn es sich hierbei um ein ausgedachtes Szenario handelt, wird zukünftig die sich verändernde Altersstruktur Auswirkungen auf das gesellschaftliche Umfeld haben. Beim Immobilienankauf sollte also auch heute schon bei der Marktbeurteilung auf Themen wie die Altersstruktur innerhalb einer Gemeinde geachtet werden. Im Fokus von IMMAC stehen nur Standorte, die langfristig attraktiv sind und eine rentable Nachnutzung ermöglichen. „Man sollte sich vor dem Hintergrund der anhaltenden Renditekompression auch in anderen etablierten Assetklassen und dem leicht zugänglichen Thema des demographischen Wandels jedoch nicht täuschen lassen. Das Pflegeheim ist und bleibt eine anspruchsvolle Assetklasse, die eine hohe Marktkompetenz erfordert“, so Jens Wolfhagen, Mitglied des Vorstands der IMMAC group.

Übrigens: Dass in einer Stadt ausschließlich alte Menschen leben, ist kein rein fiktives Szenario. In den USA gibt es zahlreiche sogenannte “Sun Cities”, speziell auf ältere Menschen ausgelegte Städte, in denen auch ein gewisses Mindestalter Voraussetzung dafür ist, um überhaupt dort hinzuziehen. (ahu)