So jäh kann der Traum vom Reichtum enden

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„Ich kann Ihnen nicht sagen, wie man schnell reich wird; ich kann Ihnen aber sagen, wie man schnell arm wird: indem man nämlich versucht, schnell reich zu werden“, sagte einst Börsenguru André Kostolany. Gerade wenn der Preis für ein Gut innerhalb kurzer Zeit immer neue Höhen erreicht, werden viele Spekulanten von der Aussicht auf schnellen Reichtum angelockt – und scheitern häufig. Wie sich Spekulationsblasen in den vergangenen Jahrhunderten entwickelt haben und was man daraus lernen kann, zeigt nun ein neues Buch.

Vor zwei Jahren beschäftigte der rasante Preisanstieg des Bitcoin die Finanzmärkte. Häufig wurde dabei eine historische Parallele zum 17. Jahrhundert gezogen, als in den Niederlanden die Preise für Tulpen immer neue Rekordwerte erreichten und schließlich völlig unvermittelt zusammenbrachen. Deshalb gilt die sogenannte „Tulpenmanie“ als erste Spekulationsblase der Geschichte. Die beiden sehr unterschiedlichen Anlageobjekte Tulpenzwiebeln und Bitcoin bilden auch den Rahmen eines neuen Buches, das sich mit den größten Spekulationsblasen beschäftigt. In „Von Tulpen zu Bitcoins – Eine Geschichte der größten Finanzblasen und wie man sie erkennt“ beschreibt Torsten Dennin auf 291 Seiten 42 Spekulationsblasen in den vergangenen 400 Jahren. Die Verläufe der unterschiedlichen Blasen sind dabei so vielfältig wie die Spekulationsobjekte. Aber eines haben alle Blasen gemeinsam: Die Begehrtheit eines Gutes lockt Spekulanten die vom schnellen Reichtum träumen – und die Träume können aus verschiedensten Gründen (äußerere Einflüsse, Marktübertreibungen etc.) so schnell platzen wie sie gekommen. Zudem macht das Buch deutlich, dass Blasen für so manche Neuerung im Finanzwesen gesorgt haben, bspw. in der grafischen Darstellung. Dennin beschränkt sich in seinem Buch aber nicht darauf den Verlauf der Blase zu beschreiben, sondern auch deren Folgen zu beschreiben und was man darauf für die Zukunft lernen kann. Zum Abschluss gibt es auch noch einen Ausblick auf die Zukunft und welche Probleme hier lauern könnten.

Das Buch zerstört aber den Traum nicht, dass man mit dem Setzen auf das richtige Anlagegut zu großem Reichtum gehen kann. So werden auch Beispiele von Personen gezeigt, die mit dem richtigen Investments reich geworden sind, bspw. der griechische „Tankerkönig“ Aristoteles Onasis.

Fazit: Ein sehr kurzweiliges, hochinteressantes Buch, das zeigt, wie schnell Gier die Suche nach dem schnellen Reichtum katastrophal enden kann. (ahu)

Bibliografische Angaben:

Prof. Dr. Torsten Denning
Von Tulpen zu Bitcoins
FinanzBuch Verlag, Hardcover, 352 Seiten
ISBN: 978-3-95972-253-7
24,99 Euro (D) bzw. 25,70 Euro (A)