Selektives Vorgehen ist Trumpf

Rolf Kieckebusch, Vorstand der Kirix Vermögensverwaltung AG / Foto: © Kirix Vermögensverwaltung AG

Mit Blick auf die nächsten Wochen und Monate bleibt das Kapitalmarktumfeld schwierig. Die Inflation ist nahezu bei 8 Prozent, die Notenbanker sind gefordert. finanzwelt sprach mit Rolf Kieckebusch, Unternehmensgründer und gleichzeitig Vorstand der Kirix AG.

finanzwelt: Angesichts der Krisen und kriegerischen Auseinandersetzung, welche Erwartungen hegen Sie für die Entwicklung der internationalen Aktienmärkte in den kommenden Monaten?
Rolf Kieckebusch: Die aktuellen wirtschaftlichen und geopolitischen Herausforderungen führen unweigerlich zu großer Verunsicherung und erhöhten Schwankungsbreiten an den Aktienmärkten. In Anbetracht erfolgter Kurskorrekturen beurteilen wir die aktuellen Marktgegebenheiten für die kommenden Monate als moderat positiv. Die Entwicklung der einschlägigen Risikofaktoren bleibt unserer Ansicht nach der dominante Treiber des weltweiten Börsensentiments.

finanzwelt: Werden europäische Aktien im Vergleich zu US-amerikanischen Titeln weiterhin das Nachsehen haben?
Kieckebusch: Ohne einschneidende externe Einflussfaktoren sehen wir derzeit kein Aufholpotenzial Europas gegenüber den USA. Veränderungen ausgewählter Faktorprämien, aber auch die Auflösung einschlägiger Marktrisiken könnten jederzeit für überraschende Bewegungen sorgen und das Pendel in Richtung Europa ausschlagen lassen.

finanzwelt: Wie schätzen Sie die aktuelle Lage in China hinsichtlich Wachstum und Bewertung ein?
Kieckebusch: Der chinesische Wirtschaftsraum bleibt eine Wundertüte: Eine intransparente Kommunikation gepaart mit einer nahezu übermächtigen kommunistischen Partei erschweren eine zukunftsgerichtete Analyse des entsprechenden Wirtschaftsraums und eine angemessene Bewertung der Unternehmen. Dennoch sehen wir die Relevanz ausgewählter chinesischer Marktteilnehmer auf der Weltbühne, wodurch das gänzliche Übergehen des chinesischen Marktes nicht erfolgsversprechend erscheint.

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