Schafer Cullen Capital Management schaut wieder nach Europa

Albert G. Murray, Europachef Schafer Cullen Capital Management / Foto: © Schafer Cullen Capital Management

Seit der Gründung im Jahr 1983 ist das amerikanische Unternehmen Schafer Cullen Capital Management unabhängig und zu 100 % inhabergeführt. Immer noch befindet sich das Büro am ursprünglichen Standort in New York, Fifth Avenue. Jetzt möchte das Unternehmen nach Deutschland zurückkehren. Dort hatte Schafer Cullen von 2005 bis 2008 Erfahrungen gesammelt und zusammen mit Pioneer gute Geschäfte gemacht. finanzwelt sprach mit Albert G. Murray, Europachef Schafer Cullen Capital Management.

finanzwelt: Mr. Murray, Ihr Unternehmen war bis 2008 auch in Europa und vor allem in Deutschland tätig. Warum haben Sie sich dann wieder in die USA zurückgezogen?

Albert G. Murray: Von 2002 bis 2008 hatte Schafer Cullen Capital (SCCM) den Pioneer Cullen Value Fund sowie den Pioneer Cullen North American Value Fund gemanagt. Beim letzteren Fonds handelt es sich um einen in Luxemburg gelisteten SICAV, der auch in Deutschland stark verbreitet war. Der Höchststand dieses von SSCM gemanagten Fonds betrug weit über sieben Milliarden US-Dollar; und fast eine Milliarde US-Dollar waren von deutschen Institutionen investiert. Dann wurde Pioneer von der italienischen Bank Uni-Credit erworben. Pioneer beschloss, die Verwaltung des Fondsmanagements intern zu konsolidieren und zu konzentrieren. Somit endete sowohl unsere Verbindung mit Pioneer als auch unsere Anwesenheit in Deutschland. Im Jahr 2010 gründete SCCM eine eigene Offshore Fund Managementgesellschaft in Irland unter dem Namen Cullen Funds Plc. und lancierte eine in Dublin gelistete UCITS Version ihrer Strategie ‚high dividend value strategy‘. Hier wird Wert auf hohe Dividenden gelegt und diese Strategie ist heute das Vorzeigeportfolio unseres Unternehmens. Die Investoren kamen fast ausschließlich aus dem Vereinigten Königreich. (Janus) Henderson und (Standard) Aberdeen legten den Grundstein dieses Fonds bzw. waren die ersten Investoren. Mehrere Schweizer Institutionen ließen sich auf die Investorenliste dieses Fonds setzen. Der Fonds wuchs auf über eine Milliarde US-Dollar, allerdings ohne direkte Anlagen aus Deutschland.

finanzwelt: Welche Anlagestrategie verfolgen Sie seitdem? Hat sich Ihre Anlagestrategie nach dem Crash in 2008 verändert?

Murray: Unsere Art des Managements hat sich nicht geändert. Wir halten weiterhin an der ‚Graham and Dodd‘ Value-Investment-These fest, wie wir sie seit der Gründung unserer Firma vor 35 Jahren verfolgt haben. Wir investieren auf lange Sicht und trachten nach Gesellschaften mit hohen Dividendenerwartungen. Im Jahr 1994 verstärkten wir unsere Research- und Investmentanstrengungen und konzentrierten uns bei unseren Investitionen auf Gesell-schaften mit einer Vorgeschichte von hohen und wachsenden Ausschüttungen. Heutzutage, wo der US-Markt allmählich den Wert dem Wachstum vorzieht, legen wir das Gewicht auf hohe und wachsende Dividenden in unserer Strategie. Abgesehen von der Wahl von Gesellschaften, die geringere P/E’s (englisch: Price-Earnings-Ratio, deutsch: Kurs-Gewinn-Verhältnis) als im Marktdurschnitt haben, sind Dividenden einer der wichtigsten Faktoren bei der Wahl von Gesellschaften für unser Portfolio. Es ist eine Strategie der Defensive und dem heutigen Markt sehr angemessen. In der Folgezeit des Technologiebooms, in der sich ‚Wachstum‘  dem ‚Wert‘ zuwandte, wuchs die Ausschüttung unseres Portfolios von 3,5 % auf 12,5 %. Die Basis unseres Portfolios wuchs um 318 %, im Gegensatz zu S&P von 212 %.

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