Sachwerte als sicherer Hafen – Mit Gold durch die Corona-Krise!

Carlo Alberto De Casa, Chefanalyst ActivTrades / Foto: © Activ Trades

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen. Dazu zählen auch die größten Konjunkturprogramme sowie die expansivste Geldpolitik, die die Welt jemals gesehen hat. Die Kehrseite der Medaille sind explodierende Schuldenstände, zunehmende Inflationsängste und Sorgen um die Währungsstabilität. Damit sollte Gold als sicherer Hafen wieder zunehmend in den Blick der Anleger rücken.

Ein Börsenjahr der Extreme. Auf den heftigsten Absturz aller Zeiten folgte die schnellste Erholungsrallye der Geschichte. Dabei sind die Aktienmärkte der fundamentalen Wirtschaftsentwicklung weit vorausgelaufen. Zwar sollte der Tiefpunkt beim Bruttoinlandsprodukt hierzulande bereits überwunden sein und die Wirtschaft parallel zur schrittweisen Lockerung der gesundheitspolitisch motivierten Einschränkungen in Deutschland und bei den wichtigsten Handelspartnern bereits im laufenden Quartal zu einer signifikanten Erholung ansetzen, für das Gesamtjahr wird es aber bei einem historisch hohen Minus bleiben. So gehen die meisten Analysten und Wirtschaftswissenschaftler je nach Szenario für 2020 von einem BIP-Rückgang zwischen 6,5 und 8,5% aus. Auf den Euroraum bezogen ist es sogar noch etwas mehr. Dem sollte im kommenden Jahr ein deutlicher Anstieg folgen, wobei das Vorkrisenniveau frühestens 2022 wieder erreicht werden dürfte.

Wohin mit der vielen Liquidität?

Dass es dennoch zu einer Erholungsrallye gekommen ist, die bei vielen Aktienindizes schon fast bis an die alten Höchststände heranreicht, lässt sich vor allem auf die Interventionen von Notenbanken und Regierungen zurückführen. So hat etwa die Europäische Zentralbank bereits Mitte März ein 750 Mrd. Euro schweres Anleiheankaufprogramm aufgelegt, welches Anfang Juni noch einmal um 600 Mrd. Euro aufgestockt wurde. Gleichzeitig haben praktisch alle großen Volkswirtschaften wie auch die Europäische Union Konjunkturpakete historischen Ausmaßes beschlossen (Unterstützungskredite, Steuersenkungen, Investitionsprogramme bis hin zu direkten Geldleistungen).

Das alles beflügelt einerseits zwar die Phantasie für eine relativ schnelle wirtschaftliche Erholung, andererseits wird die Verschuldung diverser Staaten aber nochmals auf ein völlig neues Niveau gehoben, wodurch sich die Fragilität unseres Finanzsystems weiter erhöht. Damit dürfte das derzeitige Nullzins- bzw. Negativzinsumfeld für viele Jahre (künstlich) festgeschrieben sein, was steigende Inflationsraten jedoch nicht ausschließt. Für Sparer und Anleger führt damit kein Weg an Sachwerten wie Aktien, Immobilien und Edelmetallen vorbei. Dabei vertrauen allerdings nicht alle Anleger darauf, dass die Erholungsrallye an den Aktienmärkten von längerer Dauer sein wird. So belegen die jüngsten Corona-Hotspots, beispielsweise in Nordrhein-Westfalen oder Texas, wie unsicher der Erfolg im Kampf gegen das Infektionsgeschehen derzeit noch ist. Und bei einem zweiten größeren Lockdown dürfte die Erholung schnell wieder der Vergangenheit angehören. Sollte die Stimmung tatsächlich kippen, sind Edelmetalle und hier vor allem Gold sicherlich das Gebot der Stunde.

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