Run-offs sind besser als ihr Ruf

Foto: © Antonioguillem - stock.adobe.com

Externe Run-offs gehören zu den umstrittensten aktuellen Themen in der Versicherungswirtschaft. Gerade bei Verbraucherschützern stoßen sie immer wieder auf massive Kritik, denn für die Versicherten wären diese Vorgänge nachteilig. Dass dem aber nicht so sein muss, zeigt nun eine aktuelle Studie der Assekurata.

Run-off-Gesellschaften haben zuletzt überdurchschnittliche Erträge erwirtschaftet. Das ist das zentrale Ergebnis der Studie „Run-off in der Lebensversicherung 2020“, mit der die Ratingagentur Assekurata zum zweiten Mal eine umfangreiche Untersuchung von Run-off-Gesellschaften vorgenommen und dabei erneut zahlreiche betriebswirtschaftliche Einzeldaten unter die Lupe genommen hat. „Der externe Run-off ist in der deutschen Lebensversicherung noch ein vergleichsweise junges Phänomen, welches in der öffentlichen Berichterstattung häufig kritisch gesehen wird“, erklärt Lars Heermann, Bereichsleiter Analyse und Bewertung bei Assekurata. „Derzeit befinden sich sieben deutsche Lebensversicherer im externen Run-off mit einem Prämienvolumen von insgesamt 3,9 Mrd. €, was einem Marktanteil von circa 4 % entspricht.“

Die Lebensversicherer im externen Run-off verteilen sich auf drei Plattformen. Zum einen die Viridium Gruppe mit der Skandia Lebensversicherung AG, der Heidelberger Lebensversicherung AG und der Entis Lebensversicherung AG (ehemaliger Bestand der Protektor Lebensversicherungs-AG). Zudem gibt es die Frankfurter Leben-Gruppe mit der Frankfurter Lebensversicherung AG (ehemals Basler Leben AG Direktion für Deutschland) und der Frankfurt Münchener Lebensversicherung AG (ehemals ARAG Lebensversicherungs-AG). Die dritte Plattform ist die Athora-Gruppe mit der Athora Lebensversicherung AG (ehemals Delta Lloyd Lebensversicherung AG).

Neben diesen im externen Run-off befindlichen Unternehmen wurde von Assekurata für die Studie analog zum Vorjahr auch noch die Victoria Leben berücksichtigt, die sich im internen Run-off der Ergo-Group befindet. Als Begründung für die Berücksichtigung nannten die Studienautoren die Größe der Victoria Leben und dass sie aufgrund der langen internen Run-off-Zeitreihe von hoher Bedeutung sei und zudem dem Blick auf mögliche Unterschiede zwischen internen und externen Run-offs ermögliche.

Wie sich die Ertragslage der Run-off-Gesellschaften entwickelt, lesen Sie auf Seite 2