Rohstoffe: Strategisch sinnvoll auf dem Weg von der Deflation zur Inflation?

Leopold Zellwecker, Leiter Portfoliomanagement Privatkunden bei der steinbeis & häcker vermögensverwaltung / Foto: © steinbeis & häcker vermögensverwaltung

Angesichts des zinslosen Umfelds sind Investoren weltweit auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten. Die Corona-bedingten Lockdowns und die damit verbundene Vollbremsung der Realwirtschaft macht es dem Anleger nicht leichter den richtigen Mix für sein Portfolio zu finden. Auf der anderen Seite wurden und werden von den wichtigsten Notenbanken und Regierungen monetäre und fiskalische Stimuli in einem nie dagewesenen Ausmaß bereitgestellt, welche das Potential besitzen, den Weg von der Deflation hin zur Inflation zu ebnen. In der Vergangenheit waren Rohstoffe oft in der Lage inflationäre Tendenzen abzufedern bzw. die Kaufkraft zu erhalten.  

Rohstoffe gegenüber Aktien auf historischem Tief

Strategisch können Rohstoffe als Beimischung in einer Vermögensanlage durchaus sinnvoll sein. Sie sind in der Lage ein Portfolio zu diversifizieren, da sie ihre eigenen Zyklen haben und deshalb eine divergierende Wertentwicklung gegenüber Aktien und Anleihen aufweisen. Vergleicht man den GSCITR Rohstoff-Index mit dem S&P 500 kommt man zum Ergebnis, dass Rohstoffe im Vergleich zum Aktienmarkt letztmals während der Dotcom-Blase ähnlich günstig waren. Bei einer Rückkehr der Inflation könnte sich hier für den antizyklischen Investor die ein oder andere Chance auftun. Einige Produzenten haben bereits vor Corona auf die sinkende Nachfrage reagiert, indem sie die Produktion gedrosselt haben. Dadurch schützen sie in schwierigen Zeiten ihre Bilanz und waren auf diese Weise in der Lage stabile freie Cashflows zu generieren. Zeigen die geplanten Infrastrukturmaßnahmen Wirkung, kann die Nachfrage schnell das Angebot übersteigen. In der Folge sollten die Rohstoffpreise steigen. Dies wäre der Beginn der nächsten Investmentphase für Rohstoffe.

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