Private Vermögensanlage: Schließfach gegen Negativzinsen

Dr. Marc-Oliver Lux, Geschäftsführer Dr. Lux & Präuner GmbH & Co. KG in München / Foto: © Dr. Lux & Präuner

Immer mehr Bankkunden bringen ihre Ersparnisse vor drohenden Strafzinsen in Sicherheit. Ein Ausweg: Sie bewahren ihr Geld in einem Schließfach auf. Das kann sich trotz Gebühren lohnen.

Immer mehr Banken wälzen ihre Zinskosten auf die Guthabenkonten ihrer Kunden ab, im Regelfall ab einer definierten Einlagenhöhe von zum Beispiel 100.000 Euro. Die Liste der Banken, die Strafzinsen verlangen, wird dabei kontinuierlich länger. Für Anleger, die ihre Geldbeträge keinen Wertschwankungen – etwa in Form einer Aktienanlage – aussetzen wollen, kommt dann eigentlich nur noch das eigene Aufbewahren von Bargeld infrage. Doch damit besteht das Risiko eines Verlusts durch Diebstahl. Wer deshalb die Scheine nicht ungesichert unter seiner Matratze verstauen will, muss Kosten für eine sichere Verwahrung tragen. Es gilt daher abzuwägen, was mehr kostet – der Strafzins auf die Kontoeinlagen oder das Verwahren von Bargeld in einem Bankschließfach!?

Erhebt eine Bank Strafzinsen von 0,5 Prozent und liegen die Schließfachgebühren bei weniger als 50 Euro im Jahr, kann sich bereits ab 10.000 Euro Bargeld ein Schließfach eher lohnen als ein Konto. In ein kleines Schließfach passt ein solcher Geldbetrag aus Bündeln mit großen Scheinen ohne Probleme. Einige Geldinstitute bieten kleine Schließfächer bereits für weniger als 50 Euro im Jahr an, etwa einige Volksbanken und Sparkassen.

Oft sind diese günstigen Anbieter jedoch nur in bestimmten Regionen vertreten, so dass deren Angebot für viele potentielle Interessenten nicht infrage kommen. Über die meisten Zweigstellen national verfügen die Deutsche Bank und die Commerzbank. Die Hamburger Sparkasse (HASPA) ist mit rund 200.000 Kundenmietfächern an mehr als 100 Standorten einer der größten Schließfach-Anbieter in ganz Deutschland.

Doch selbst wenn Banken grundsätzlich über Schließfächer verfügen, können diese nicht immer angemietet werden. So haben oft nicht alle Zweigstellen Fächer, auch sind viele längst belegt. Einige Anbieter führen Wartelisten. Die Mehrheit der Banken vermietet Schließfächer nur an Interessenten, die bereits Kunde bei der Bank sind. Häufig wird dafür mindestens ein Girokonto oder Geschäftskonto vorausgesetzt. Einige Genossenschaftsbanken vermieten Schließfächer nur an Mitglieder, also Kunden, die Genossenschaftsanteile der Bank halten.

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